Erwarteter Denkzettel für Obama: Wähler
für Machtwechsel im Repräsentantenhaus

Obama ruft Republikaner zur Zusammenarbeit auf Im Senat haben Demokraten weiter die Nase vorne

Erwarteter Denkzettel für Obama: Wähler
für Machtwechsel im Repräsentantenhaus © Bild: Reuters

Nur zwei Jahre nach seinem triumphalen Einzug ins Weiße Haus haben Amerikas Wähler Barack Obama einen Denkzettel verpasst. Seine Demokratische Partei wird die Kontrolle über das Repräsentantenhaus verlieren. Im Senat hingegen behalten die Demokraten nach Prognosen und ersten Ergebnissen trotz Einbußen die Macht. Obama rief die Republikaner in einer ersten Reaktion zur Zusammenarbeit auf.

Die Republikaner konnten im Repräsentantenhaus nach Teilergebnissen und Prognosen mindestens 53 der insgesamt 435 Sitze dazugewinnen und lagen in 13 weiteren Bezirken vorn, die bisher ebenfalls in demokratischer Hand waren. Sie hätten nur 39 Mandate gebraucht, um die Mehrheit von 218 zu erobern.

Nase vorn im Senat
Im Senat werden die Demokraten in jedem Fall weiter die Nase vorne haben, ihre vorher bequeme Mehrheit von 59 der 100 Mandate wird aber auf maximal 53 schrumpfen. Die Demokraten behielten die beiden New Yorker Sitze im US-Senat, in Nevada behauptete sich der demokratische Senatsfraktionschef Reid. Der 70-Jährige, der dem Senat seit fast 25 Jahren angehört, konnte sich gegen die Tea-Party-Kandidatin Sharron Angle durchsetzen, berichtete der TV-Sender CNN. Erfolgreicher als Angle waren die "Tea Party-Kandidaten" Rand Paul in Kentucky und Marco Rubio in Florida. Die schrille Senkrechtstarterin Christine O'Donnell scheiterte dagegen in Delaware.

Widersacher in hoher Position
Als nahezu sicher gilt, dass einer von Obamas härtesten Widersachenern, der Republikaner John Boehner, nach der Wahl zum Präsidenten des Abgeordnetenhauses gekürt wird. "Das amerikanische Volk hat (Präsident Obama) heute eine unmissverständliche Botschaft gesandt: Ändere den Kurs", sagte Boehner in der Nacht. Laut Weißem Haus hat Obama mittlerweile mit Boehner telefoniert und erklärt, "dass er sich darauf freut, mit den Republikanern zusammenzuarbeiten". Obama wird nach der Konstituierung des neuen Kongresses im Jänner auf Stimmen der Republikaner angewiesen sein, um Gesetzesvorhaben verabschieden zu lassen.

Jerry Brown als Arnies Nachfolger
Die Republikaner schafften es außerdem, der Obama-Partei bei den Gouverneurswahlen in 37 Staaten mindestens acht Gouverneursposten abzuknöpfen: In Kansas, Oklahoma, Tennessee, Pennsylvania, Michigan, Wyoming, New Mexico und Wisconsin. Bei den Gouverneurswahlen im Bundesstaat New York und in Kalifornien erlitten die Republikaner hingegen eine Niederlage. Und in Kalifornien setzte sich Jerry Brown als Nachfolger des Republikaners Arnold Schwarzenegger gegen die frühere Ebay-Chefin Meg Whitman durch.

(apa/red)