H5N8 von

Erstmals Vogelgrippe bei
Wildvogel nachgewiesen

Virus bei in Deutschland geschossener Ente entdeckt - Krisentreffen in Berlin

Krickenten im Flug. © Bild: Thinkstock

Erstmals in Europa ist das Vogelgrippe-Virus H5N8 bei einem Wildvogel nachgewiesen worden. Entdeckt wurde es in einer Krickente, die im Rahmen der Wildvögel-Überwachung im deutschen Bundesland Mecklenburg-Vorpommern geschossen wurde. Für Montag berief die deutsche Regierung ein Krisentreffen in Berlin ein. In den Niederlanden wurde der Erreger in einem dritten Geflügelbetrieb nachgewiesen.

Die Krickente, die selbst keine Krankheitssymptome aufwies, wurde auf der Insel Ummanz bei Rügen gefunden. Diese Vögel, die in weiten Teilen Eurasiens leben, brachten möglicherweise den Erreger nach Europa. Der deutsche Landwirtschaftsminister Christian Schmidt rief alle Bundesländer zur Vorsorge auf. So solle etwa Hausgeflügel in Ställen untergebracht werden, erklärte er.

In Mecklenburg-Vorpommern wurde noch am Samstag die sofortige Unterbringung aller rund 13 Millionen Hühner, Puten und Enten sowie von anderem Nutzgeflügel in Ställen oder überdachten Volieren angeordnet. Rund 40.000 Halter sind von dem Erlass betroffen, dessen Einhaltung von Veterinärämtern und der Polizei kontrolliert werden soll. Die Tiere dürfen auch nicht mit Wasser etwa aus Seen, Kanälen oder Pfützen getränkt werden. Damit soll jeder Kontakt mit Wildvögeln und deren Ausscheidungen verhindert werden.

Gleicher Erreger

Bei dem Virus in der Krickente bei Rügen handelt es sich um exakt den gleichen Erreger, der bei den bisherigen Ausbrüchen in Deutschland und den Niederlanden nachgewiesen wurde. Zu dem H5N8-Virus, das in Großbritannien festgestellt wurde, gibt es zudem nur sehr geringe Abweichungen.

In einem Putenmastbetrieb in Heinrichswalde im Landkreis Vorpommern-Greifswald - mehr als 50 Kilometer entfernt von dem Ort, an dem die Krickente geschossen wurde - war die Vogelgrippe Anfang November in Deutschland ausgebrochen. Weitere Ausbrüche der Geflügelpest gab es später in den Niederlanden und Großbritannien.

Dritter Betrieb in Niederlanden betroffen

In den Niederlanden wurde das Virus am Wochenende in einem dritten Geflügelbetrieb nachgewiesen. Wie das Wirtschaftsministerium in Den Haag mitteilte, handelt es sich um einen Zuchtbetrieb in Kamperveen bei Zwolle. Dort wurde am Freitag mit der Keulung von 10.000 Tieren begonnen. Damit war der aus Asien stammende H5N8-Typ in drei Provinzen der Niederlande bestätigt.

Auch auf einer Entenfarm in Kamperveen wurden Tiere getötet, nachdem dort Vogelgrippe-Erreger entdeckt worden waren. Um welchen Typ es sich dort handelte, war am Sonntag noch unklar. Für mehr als 30 Betriebe in der Umgebung wurden Untersuchungen angeordnet.

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