Erstmals stehen zwei Kroaten am Podest:
Kostelic und Zrncic-Dim im Freudentaumel

Ivica Kostelic freut sich über einen Teamkameraden Zrncic-Dim erst vierter Kroate auf dem Siegerpodest

Erstmals stehen zwei Kroaten am Podest:
Kostelic und Zrncic-Dim im Freudentaumel © Bild: Reuters/Lauener

Erstmals in der Geschichte des alpinen Ski-Weltcups sind zwei kroatische Rennläufer in einem Bewerb auf dem Podest gestanden. Ivica Kostelic und Natko Zrncic-Dim beendeten die Super-Kombination in Val d'Isere auf den Rängen zwei und drei hinter Sieger Bode Miller (USA). Zrncic-Dim ist zugleich auch erst der vierte Läufer seines Heimatlandes, der den Sprung unter die besten Drei in einem Weltcupbewerb geschafft hat, denn bei den Damen sind nur Janica Kostelic und Ana Jelusic als Podium-Finisher vermerkt.

Wie gute Freunde saßen Kostelic und Zrncic-Dim bei der Pressekonferenz nebeneinander, brüderlich war die Hilfe des Älteren (28) beim Beantworten der Fragen an den Jüngeren (21). "Ich bin stolz und glücklich. Es wird immer besser, ich weiß nicht, wann es aufhört", sagte also Zrncic-Dim, der schon als kleiner Bub mit den Geschwistern Kostelic in Hintertux trainiert hat und Ivica als seinen "Bruder und Freund" bezeichnet. "Mein Vater hat seinen Vater gecoacht und nun coacht er ihn. Unsere Eltern sind auch befreundet miteinander", merkte Kostelic jun. an.

Für Ivica Kostelic war es ein weiterer Podestplatz in seiner Karriere, aber dennoch ein besonderer Tag. "Natko war als Kind sehr klein und lustig, aber das ist er immer noch. Mit ihm heute auf dem Podest zu stehen, das macht dieses Rennen, diesen Tag so speziell. Wir sind ein kleines Land, haben vielleicht 30 Läufer in den FIS-Listen. Und nun zwei auf dem Podium, das ist ein riesiger Erfolg."

Der frühere Einzelkämpfer ist nun also Part eines Zweimannteams: "Ich hatte viele Podiumsplätze, ein paar Siege, Medaillen. Aber ich hatte nie einen Teamkameraden, das ist nicht lustig. Wenn du schlechte Resultate hast, hast du niemanden zum Reden. Für viele ist es normal, Kollegen zu haben. Ich hatte dies nie, ich habe immer alleine trainiert oder mit meiner Schwester." Und so hat sich Ivica Kostelic schon über den ersten Platz unter den Top 30 von Zrncic-Dim gefreut und wird jetzt auch gemeinsam mit ihm den ersten Podiumsplatz feiern.

Mit Walter Hubmann haben die Kroaten seit dieser Saison einen österreichischen Speed-Coach in ihren Reihen, Natko Zrncic-Dim war Achter nach der Kombi-Abfahrt, Kostelic Zwölfter. "Wir haben in diesem Bereich einen großen Schritt nach vorne gemacht. Für mich war es auch wichtig, dass es jetzt in der Abfahrt einen gibt, der schnell ist, das hat mich weitergebracht, das ist auch Teil meiner Erfolge in den Speed-Events", betonte Kostelic. Und im Slalom komme bei ihm das Selbstvertrauen auch immer mehr zurück.

Gut, denn mit dem Torlauf am 17. Februar in Zagreb wartet auch noch das Heimrennen. "Ich habe da eine schlechte Nummer, aber ich werde kämpfen, wie ich es heute getan habe", verspricht Natko Zrncic-Dim, der in Val d'Isere die fünftbeste Slalom-Zeit geschafft hatte. Schnellster war Kostelic gewesen. Der hatte seinen Landsmann noch angefunkt und gesagt: "Fahr einfach wie im Training, dann passt es schon." Und auf große Brüder hört man schließlich.

(apa/red)