Erstmals zwei deutsche Handball-Clubs im
CL-Finale: Titel geht an Flensburg oder Kiel

Handball-Hochburgen nur 90 km voneinander entfernt Österreichs Kiel-Legionär Szilagyi muss zusehen

Zweieinhalb Monate nach dem WM-Triumph der Nationalmannschaft wird im hohen Norden Deutschlands ein neues Kapitel deutscher Handball-Geschichte geschrieben. Mit der SG Flensburg-Handewitt und dem THW Kiel stehen sich zum ersten Mal zwei deutsche Klubs im Finale der Champions League gegenüber. Teil eins des Nord-Klassikers findet in Flensburg statt, Österreichs Kiel-Legionär Viktor Szilagyi fehlt dem frisch gebackenen Cupsieger nach wie vor verletzungsbedingt.

"Es ist der absolute Höhepunkt, mehr geht nicht", sagte Flensburgs Geschäftsführer Thorsten Storm. Für den regierenden deutschen Meister, Tabellenführer und Cupsieger Kiel ist sogar ein historisches "Triple" in Reichweite. "Die Champions League ist ein Traum von uns. Dafür haben wir jahrelang gekämpft", sagte THW-Manager Uwe Schwenker. Die beiden Handball-Hochburgen sind nur 90 Kilometer voneinander entfernt.

Für die Fans im handballverrückten Norden ist das Duell ein besonderer Leckerbissen. Die Hallen in Kiel und Flensburg, wo Dauerkarten als unantastbarer Familienbesitz gelten und regelrecht vererbt werden, sind natürlich längst ausverkauft. Um noch eine der Restkarten zu ergattern, übernachteten einige Anhänger sogar vor den Kassenhäuschen.

Als bisher einzige deutsche Mannschaft hat Magdeburg die Champions League gewonnen (2002), Kiel (2000 gegen Barcelona) und Flensburg (2004 gegen Celje) scheiterten jeweils im Finale. Für Flensburg stehen die Chancen weit besser als noch vor einer Woche, denn Kiel muss definitiv auf seinen Spielmacher Stefan Lövgren verzichten. Die weiteren Ausfälle sind Szilagyi, Lars Krogh Jeppesen, Marcus Ahlm und Henning Fritz. Insofern will Kiel von einer Favoritenrolle überhaupt nichts wissen.

(apa/red)