Erstmals afroamerikanische Coaches bei Super Bowl: Lovie Smith und Tony Dungy

Premiere nach 41 Jahren: Dafür gleich zwei dabei Beide sind sich der großen Verantwortung bewusst

Erstmals afroamerikanische Coaches bei Super Bowl: Lovie Smith und Tony Dungy

41 Jahre hat es gedauert, ehe überhaupt ein afroamerikanischer Cheftrainer den Einzug in eine Super Bowl geschafft hat. Bei der Premiere 2007 sind es gleich zwei. Entweder Lovie Smith (Chicago Bears) oder dessen langjähriger Mentor Tony Dungy (Indianapolis Colts) wird als erster dunkelhäutiger Headcoach die wichtigste Trophäe im American Football in Händen halten. Beide sind sich ihrer großen historischen Verantwortung bewusst.

Afroamerikanische Spieler haben die National Football League (NFL) in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten sportlich immer mehr geprägt. An den Schalthebeln der Macht, in den Logen der Klub-Besitzer, sitzen zu einem überwiegenden Großteil aber immer noch Investoren, die zumindest in der Vergangenheit lieber einem weißen als einem schwarzen Cheftrainer vertraut haben - ungeachtet deren Qualifikationen.

Das belegt die Statistik. Fast drei Viertel der NFL-Spieler sind Afroamerikaner, Head-Coach gerade einmal 7 von 32. Doch selbst diese 22 Prozent der abgelaufenen Saison sind bereits die höchste Marke aller Zeiten. Vor fünf Jahren waren lediglich zwei dunkelhäutige Cheftrainer in der NFL tätig.

"Diese Super Bowl bedeutet daher sehr viel", erklärte Dungy. "Ich bin sehr stolz, Afroamerikaner zu sein. Und ich bin stolz auf Lovie." Dungy hatte seinem Gegenüber als Mitglied im Trainerstab der Tampa Bay Buccaneers eine Chance gegeben. Eine Chance, die Smith von vielen weißen Coaches nicht bekommen hat. Beklagt hat er sich nie darüber.

Die Situation hat sich in den vergangenen Jahren wohl verbessert. Die Zeit, in der die Hautfarbe eines Trainers in der NFL kein Thema mehr ist, ist aber noch nicht angebrochen. "Eines Tages wird sie kommen", versprach Smith. "Und ich freue mich darauf." Mit jedem großen Sieg tragen Vorreiter wie Dungy und er dazu bei, dass Vorurteile weiter abgebaut werden. Am Sonntag folgt der nächste Schritt, wenn einer der beiden Freunde als erster afroamerikanischer Headcoach aller Zeiten die Vince Lombardi Trophy in den Nachthimmel von Miami stemmt.

(apa/red)