Erstmals über 340.000 Pflegegeld-Bezieher:
Der Frauenanteil ist gut doppelt so hoch

Knapp 60.000 Personen erhalten Landespflegegeld SPÖ und ÖVP für Erhöhung von vier bis sechs Prozent

Erstmals über 340.000 Pflegegeld-Bezieher:
Der Frauenanteil ist gut doppelt so hoch © Bild: APA/Gindl

Erstmals über 340.000 Bezieher gibt es beim Bundespflegegeld. Im August wurde mit 341.387 ein neuer Rekord erzielt, geht aus den jüngsten Daten des Hauptverbands der Sozialversicherungsträger hervor. Das Pflegegeld dürfte jedenfalls ab 2009 erstmals nach Jahren wieder erhöht werden. SPÖ und ÖVP einigten sich in der jüngsten Sondersitzung des Nationalrats auf eine Anhebung um vier bis sechs Prozent, der Beschluss wird aller Wahrscheinlichkeit nach in der letzten regulären Nationalratssitzung fallen.

Zu den Bundespflegegeldbeziehern kommen noch knapp 60.000 Betroffene, die ihr Pflegegeld von den Ländern beziehen. Damit liegt die Gesamtzahl der Pflegegeldbezieher bei rund 400.000. Aufgeteilt nach Geschlechtern bezogen 110.988 Männer und 230.399 Frauen Pflegegeld. Der Frauenanteil ist aufgrund der höher Lebenserwartung gut doppelt so hoch wie jener der Männer.

Einstufung an Pflegebedarf orientiert
Von den 341.387 Pflegegeldbezieher entfallen 74.282 auf Stufe 1, 116.151 auf Stufe 2, 55.928 auf Stufe 3, 52.293 auf Stufe 4, 27.162 auf Stufe 5, 9.601 auf Stufe 6 und 5.970 auf Stufe 7. Das Pflegegeld beginnt in Stufe 1 mit 148,30 Euro pro Monat, in Stufe 7 erhält man derzeit 1.562,10 Euro.

Die Einstufung in die einzelnen Pflegestufen orientiert sich nach dem Pflegebedarf nach Stunden. Ab 50 Stunden pro Woche kommt man in Stufe 1, wer mehr als 75 Stunden Pflege benötigt, erhält Pflegegeld nach Stufe 2. Ab 120 Stunden Bedarf liegt man in Stufe 3, der nächste Sprung erfolgt ab 160 Stunden Pflegebedarf.

In Stufe 5 und darüber wird man ab 180 Stunden Pflegebedarf eingestuft. Für Stufe 6 müssen zusätzlich "zeitlich unkoordinierbare Betreuungsmaßnahmen oder dauernde Anwesenheit einer Pflegeperson" notwendig sein. Für die höchste Stufe 7 dürfen darüber hinaus "keine zielgerichtete Bewegung der vier Extremitäten" möglich sein - Es muss also praktisch Bewegungsunfähigkeit vorliegen.

(apa/red)