Erstes Biathlon-WM-Gold an Björndalen: Norweger holt bereits seinen achten Titel

Antholz: Österreicher enttäuschen zum WM-Auftakt 10 km-Sprint von schwierigen Verhältnissen geprägt<br>Damen: Neuner holt bei WM-Debüt Sprint-Gold

Erstes Biathlon-WM-Gold an Björndalen: Norweger holt bereits seinen achten Titel

Biathlon-"König" Ole Einar Björndalen hat die Weltmeisterschaften in Antholz standesgemäß begonnen. Der 33-jährige Norweger triumphierte zum Auftakt im 10 km-Sprint und hält nach dem erfolgreich verteidigten Titel von Hochfilzen 2005 schon bei acht WM-Goldmedaillen.

Mit nur einem Fehlschuss setzte sich Björndalen vor dem Tschechen Michal Slesingr (4,8 zurück/0 Strafrunden an seinem 24. Geburtstag) und dem Ukrainer Andrij Derjsemlja (25,8/0) durch, deren Abschneiden überraschend kam. Die Österreicher scheiterten an ihrer Laufleistung, Daniel Mesotitsch belegte als Bester nur Rang 26 (+1:37,6/2).

Björndalen kam in seinem zehnten Biathlon-Saisonrennen schon zum achten Sieg und holte sich vom Deutschen Michael Greis (19.) die Weltcupführung zurück. An eine Wiederholung der vier Titel von 2005 wagt der Wahl-Osttiroler freilich nicht zu denken. "Hochfilzen wird sicher schwierig zu kopieren sein, ich bin froh, dass es jetzt einmal im Sprint geklappt hat. Denn auf der letzten Runde war ich schon etwas müde", meinte er.

Dass der Superstar läuferisch nicht ganz seine sonstige Überlegenheit ausspielte, lag am zweiten, kommenden Großereignis. Bei den Nordischen Ski-Weltmeisterschaften in Sapporo wird der Norsker über 15 km Skating zu den Gegnern von Christian Hoffmann, Vincent Vittoz und Co. zählen. "Ich habe zuletzt zweieinhalb Wochen sehr hart und nicht auf Schnelligkeit trainiert, damit meine Form bis Japan hält", sagte Björndalen.

Bei den Österreichern herrschte hingegen ob ihrer Schwäche in der Loipe Ratlosigkeit. Der als Doppelsieger von Pokljuka mit Vorschusslorbeeren angereiste Christoph Sumann sprach nach Rang 30 (+1:42,9/2) von einem Debakel. "Ich bin auf der zweiten Runde explodiert, bei dem stumpfen Schnee war es sehr langsam und bei schlechter Tagesverfassung verliert man auf dieser Strecke auf jedem Meter", sagte der 31-jährige Steirer. "Und wenn man am Anschlag läuft, wird es beim Schießen auch nicht leichter."

Sumann begann in der liegenden Position mit dem erhofften "Nuller", doch stehend verfehlte er zwei Scheiben. "Schade, dass ich relativ viel Zeit verloren habe", meinte der Staffel-WM-Dritte von 2005. Er muss damit wohl auch das zweite Rennen, die Verfolgung am Sonntag (11:15), abhaken. In Pokljuka war er zuletzt von Rang 17 noch zum Sieg gestürmt, bei der WM geht es nun um Schadensbegrenzung und Wiederherstellung des Selbstvertrauens. Doch Sumann hakt wie seine Kollegen den Misserfolg rasch ab. "Auch bei früheren Großereignissen war mein erstes Rennen nicht so gut."

Auch ÖSV-Cheftrainer Alfred Eder war nach dem missglückten WM-Auftakt enttäuscht. "Nach den guten Jänner-Ergebnissen hätten wir uns das nicht erwartet", sagte der Salzburger und wollte die Gründe erst nach Gesprächen mit Aktiven und Betreuern analysieren. Die körperliche Schwäche, die auch Fritz Pinter (28./1:38,8/1) und Ludwig Gredler (44./2:23,8/2) ansprachen, kam nach guter Form im Abschlusstraining für alle überraschend. Auch in puncto Skipräparierung, die zuletzt perfekt geklappt hatte, war vermutlich nicht alles top.

Nicht viel besser klappte es für die hoch eingeschätzten Deutschen, Alexander Wolf landete als ihr Bester nur auf Rang 15. Und die im Weltcup bisher so beständigen Russen mussten sich mit Rang 12 durch Nikolaj Kruglow als bestes Resultat begnügen.

Damen: Deutsche Neuner holt bei WM-Debüt Sprint-Gold
Auf Uschi Disl, die kürzlich Mutter geworden ist, folgte Magdalena Neuner. Der 19-jährigen Deutschen gelang in Antholz im Sprint der Damen ein Einstand nach Maß bei Biathlon-Weltmeisterschaften. Neuner setzte sich nach 7,5 Kilometern und zwei Strafrunden mit nur 2,3 Sekunden Vorsprung auf die Schwedin Anna Carin Olofsson (2) und 19,6 auf die Russin Natalja Gusewa (1) durch und sorgte dafür, dass die Mehrzahl der Fans unter den 12.000 Zuschauern nach dem schwachen deutschen Abschneiden im Herren-Rennen doch noch jubeln durften.

Die Olympia-Zweite Olofsson leistete sich ebenso wie Neuner bei böigem Wind zwei Fehlschüsse und kam im Finish nicht mehr an die Zeit des laufstarken deutschen Teenagers heran, der seinen zweiten Weltcupsieg feierte. Die Schwedin übernahm immerhin das Gelbe Trikot von der Deutschen Katrin Wilhelm, die nach Rang sieben als Olympiasiegerin in der Verfolgung am Sonntag mit 45,1 Sekunden Rückstand antritt (3 Strafrunden). Neuner jubelte über "mein persönliches Wintermärchen", so locker und entspannt wie den Sprint will sie auch die Verfolgung angehen.

(apa/red)