Erster Sieg im McLaren: Fernando Alonso führt Silberpfeile zu Doppelsieg in Malaysia

Hamilton Zweiter vor Kimi Räikkönen - Massa patzt Wurz wird Neunter: Knapp an Punkterängen vorbei

Doppel-Weltmeister Fernando Alonso hat den Formel-1-Grand-Prix von Malaysia überlegen vor seinem jungen McLaren-Teamkollegen Lewis Hamilton sowie Kimi Räikkönen (Ferrari) gewonnen. Damit ging bei Gluthitze eine 18-monatige Durststrecke der Silberpfeile zu Ende. Zudem fiel der erste McLaren-Sieg seit Oktober 2005 in Brasilien und damit 20 Rennen gleich "doppelt" aus. Der Österreicher Alexander Wurz fuhr vom 19. Startplatz auf den neunten Rang vor und verpasste einen WM-Punkt nur knapp.

Der 25-jährige Spanier Alonso bejubelte seinen ersten Sieg für McLaren-Mercedes, den insgesamt 16., auf dem Auto stehend. Er machte den "Stier" und führte danach ein Freudentänzchen mit Hamilton auf, der auch in seinem zweiten Rennen brillant gefahren war. "Im zweiten Rennen bereits für das neue Team zu gewinnen, ist fantastisch. Für mich ist ein Traum wahr geworden", frohlockte Alonso, der von Renault zu McLaren gewechselt war und nun schon wieder in der WM führt.

Und zwar zwei Punkte vor Melbourne-Sieger Räikkönen. Vierter wurde der Deutsche Nick Heidfeld im BMW-Sauber, Pole-Mann Felipe Massa im zweiten Ferrari kam hingegen nach einem frühen Ausritt in die Wiese über Platz fünf nicht hinaus. Erstaunliche 115.000 Zuschauer verfolgten diesmal den Malaysia-GP trotz 35 Grad im Schatten.

McLaren gewinnt Rennen schon am Start
Die wichtigen Szenen des zweiten Saisonlaufs spielten sich schon am Beginn ab. Den McLarens gelangen wahre Traumstarts. Alonso preschte von Platz zwei aus in Führung, Hamilton von vier auf zwei. Danach etablierte er sich als "Mann des Rennens". Während vorne Alonso davonfuhr, blockte und narrte dahinter der erst 21-jährige Formel-1-Neuling die beiden Ferraris so lange, dass sich der wie ein Anfänger düpierte "Hitzkopf" Massa schon in der 5. Runde verbremste und geradeaus in die Wiese fuhr.

Damit war das Rennen eigentlich schon gelaufen. Alonso lag nach 10 Runden schon über zehn Sekunden voran und kam nach 56 Runden 17,5 Sek. vor Hamilton ins Ziel. Selbst der frühe Ausfall seines Bordfunks blieb folgenlos. "Obwohl ich nicht sicher war, ob überhaupt wer auf mich an der Box wartet", erzählte Alonso schmunzelnd. Auch der befürchtete Monsun-Regen blieb wieder einmal aus. Räikkönen hatte gegen Hamilton keine Chance, kam erst im Finish wieder an den Engländer heran.

"Ich bin überwältigt. Das war das härteste Rennen meines Lebens. Zwei Ferrari im Nacken zu haben, ist Wahnsinn", betonte der verschwitzte Hamilton. Der dunkelhäutige Brite zeigte wieder alle Attribute eines künftigen Weltmeisters. Dritter beim WM-Debüt in Australien, Zweiter in Sepang, das machte den in der GP2 kampferprobten Engländer zum ersten Fahrer seit seinem Landsmann Peter Arundell 1964 mit Podiumsplätzen in den ersten beiden Saisonrennen der Königsklasse des Motorsports.

"Mussten zu viele Kompromisse eingehen"
Alonso hatte man selten noch so zufrieden erlebt. In Australien noch klar hinter Räikkönen Zweiter, scheinen die Silberpfeile die Ferraris trotz deren Reifenvorteile bereits überholt zu haben. Womöglich hat auch das Verbot der flexiblen Unterböden Ferrari getroffen. "Wir mussten zu viele Kompromisse eingehen. Mehr war heute nicht drin", antwortete Räikkönen ausweichend. "Mir hat auf den Geraden einfach der Speed gefehlt, ich muss mit den Punkten zufrieden sein."

Alonso strahlte hingegen. "Fantastisch, wunderbar. Ein neues Auto in so kurzer Zeit siegfähig zu machen, ist eine wunderbare Überraschung", sagte der Spanier. Schon in einer Woche geht es mit dem dritten Saison-Rennen in Bahrain weiter. "Viel wird sich an den Autos nicht verändern. Also stehen wir derzeit echt gut da", lautete Alonsos Einschätzung.

(apa/red)