Seuche von

Erster Ebola-Fall in den USA

Krankheit erstmals außerhalb Afrikas festgestellt - Mann hatte Kontakt mit Kindern

Ebola-patient wird verladen. © Bild: REUTERS/Ministry of Defence

Der erste US-Ebola-Patient ist auf seiner Reise nach Texas in der belgischen Hauptstadt Brüssel zwischengelandet. Wie die liberianische Regierung am Mittwoch mitteilte, hatte der Mann bei seinem Abflug aus Liberia am 19. September kein Fieber und zeigte keine Symptome. Damit dürfte er damals nicht ansteckend gewesen sein. Die Behörden in Texas gingen jedoch einem weiteren Verdachtsfall nach.

"Es könnte einen weiteren Fall im direkten Umfeld des Patienten geben", sagte der Leiter der Gesundheitsbehörde von Dallas County, Zachary Thompson, dem lokalen TV-Sender WFAA. Die Lage sei ernst, die Gefahr einer Ansteckung begrenze sich aber auf "Angehörige und enge Freunde".

Die nationale Gesundheitsbehörde Centers for Disease Control and Prevention (CDC) konnte den Verdachtsfall zunächst nicht bestätigen. Es werde weiter daran gearbeitet, die Menschen ausfindig zu machen, die mit dem Ebola-Infizierten vor dessen Einweisung ins Krankenhaus Kontakt hatten, sagte CDC-Sprecher Tom Skinner. Diese sollen unter Beobachtung gestellt werden. Drei Sanitäter, die den Erkrankten in das Spital begleitet hatten, wurden nach Angaben der Stadt Dallas negativ auf das Virus getestet.

Patient in Texas hatte Kontakt zu Kindern

Der Ebola-Patient im US-Bundesstaat Texas hat nach Behördenangaben Kontakt zu Kindern im schulpflichtigen Alter gehabt, bevor bei ihm die ansteckende Krankheit diagnostiziert wurde. Der Gouverneur von Texas, Rick Perry, sagte am Mittwoch, Experten untersuchten die Kinder zu Hause auf mögliche Anzeichen für eine Ebola-Erkrankung.

Der texanische Gesundheitsbeamte Mark Lester teilte unterdessen mit, der Patient habe bereits am vergangenen Freitag eine Klinik aufgesucht und dabei über Ebola-ähnliche Symptome geklagt sowie seine Reise nach Afrika erwähnt. Der Mann sei aber wieder nach Hause geschickt worden, weil eine Krankenschwester diese Informationen nicht weitergegeben habe.

Ebola-Verdacht bestätigt

Erst als der Patient zwei Tage später im Rettungsauto in ein Krankenhaus in Dallas eingeliefert wurde, stellten ihn die Ärzte unter Quarantäne. Zwei Labors bestätigten, dass er das Ebola-Virus in sich trägt. Der Mann hatte sich im westafrikanischen Liberia mit der Krankheit angesteckt. Nach Angaben der Klinik ist der Gesundheitszustand des Mannes ernst.

Der Seuche sind nach jüngsten Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) seit Jahresbeginn bereits mehr als 3300 Menschen in Westafrika zum Opfer gefallen, allein in Liberia starben fast 2000 Menschen. Da es keine Medikamente, sondern nur die Möglichkeit zur Linderung der Beschwerden gibt, verläuft die Krankheit sehr häufig tödlich.

Symptome der Krankheit

Nach einer Ansteckung mit Ebola-Viren dauert es bis zum Auftreten von Krankheitszeichen zwischen zwei und 21 Tagen, meist zwischen acht und zehn Tagen. Der Erreger wird durch direkten Kontakt mit Blut und anderen Körperflüssigkeiten übertragen, die Erkrankung setzt meist mit plötzlichem Fieber, ausgeprägtem Schwächegefühl, Kopf- und Muskelschmerzen, Halsentzündung, Bindehautentzündung sowie Übelkeit ein und löst später auch Erbrechen und Durchfall aus.

Bisher waren alle Ebola-Patienten in den USA zuvor aus Afrika eingeflogen worden, damit sie von amerikanischen Spezialisten behandelt werden konnten. Die Nachricht vom ersten unkontrolliert eingereisten Fall hatte die Aktienkurse von mehreren Pharmafirmen steigen lassen, die an Mitteln gegen die Seuche arbeiten.

Liberia am stärksten betroffen

Liberia ist das von der jüngsten Ebola-Epidemie am stärksten betroffene Land. Auch in Guinea und Sierra Leone grassiert die Seuche. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) gibt die Zahl der Toten mit 3.091 bei insgesamt mehr als 6.500 Erkrankten an.

Den US-Behörden zufolge könnte die Zahl der Fälle im kommenden Jahr auf bis zu 1,4 Millionen steigen, sollte die Staatengemeinschaft nicht mit Nachdruck gegen die Seuche vorgehen. Auch Weltbank-Präsident Jim Yong Kim schlug Alarm. "Wenn wir Ebola jetzt nicht stoppen, wird sich die Infektion auf andere Länder und sogar Kontinente ausweiten", sagte Kim in Washington.

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