Ersten Planeten mit Wasser entdeckt: Himmelskörper ist 30 Lichtjahre entfernt

Durchmesser ist vier Mal so groß wie jener der Erde Wasser in Form von Dampf und "heißem Eis"

Astronomen des schweizer Observatoriums Francois-Xavier Bagnoud (OFXB) in Saint Luc haben den ersten Planenten außerhalb unseres Sonnensystems entdeckt, der fast zur Gänze aus Wasser besteht. Der Himmelskörper liegt 30 Lichtjahre von der Erde entfernt und dreht sich um den Stern GJ436, einen so genannten Roten Zwerg. Sein Durchmesser ist vier Mal so groß wie jener der Erde.

Die Existenz des Planeten zwar bereits seit 2004 bekannt, doch erst im April 2007 gelang den Forschern der Nachweis, dass es auf dem Planeten Wasser gibt. In Zusammenarbeit mit der Universität Genf und einem Observatorium in Israel konnte vier Mal beobachtet werden, wie der Planet zwischen der Erde und dem Roten Zwerg vorbeizog. Bei diesen "Transits" veränderte sich jeweils die Intensität des Lichts, das der Stern ausstrahlt.

Wasserdampf und "heißes Eis"
Auf dem Planeten soll das Wasser in zwei Formen vorkommen: Einerseits in Form von Wasserdampf in der Atmosphäre, andererseits in Form von "heißem Eis" rund um den Kern aus Fels. Dieser physikalische Zustand des Wassers kann auf der Erde nur im Labor erzeugt werden. Dass das Wasser auf dem Himmelskörper diese spezielle Form annimmt, liegt am hohen Druck und der großen Hitze die dort herrschen.

Der Planet verfügt über die 22-fache Masse der Erde, was einen enormen Druck zur Folge hat. Zudem steht er seinem Zentralgestirn viel näher als die Erde der Sonne. Der Planet dreht sich in nur 2,6 Tagen um seinen Stern, die Temperatur soll etwa 300 Grad betragen.

Die Forscher des Observatoriums hoffen, mittelfristig so genannte "Ozean-Planeten zu entdecken. Aus den neusten Erkenntnissen lasse sich schließen, dass es im Weltall Planeten geben könnte, die ebenfalls recht nahe zu ihrem Zentralgestirn stehen, aber dank moderater Temperaturen von flüssigem Wasser umgeben sind. (apa/red)