Erste Zahlen im Dioxin-Skandal: 15.000 Tonnen verseuchtes Futterfett hergestellt

Niederlande: Eine verseuchte Eierlieferung bestätigt Lebensmittelbehörde: Österreich ist nicht betroffen

Erste Zahlen im Dioxin-Skandal: 15.000 Tonnen verseuchtes Futterfett hergestellt © Bild: Reuters/Fassbender

Im Skandal um Dioxin-verseuchtes Tierfutter in Deutschland gerät die Herstellerfirma Harles und Jentzsch weiter unter Druck. Die Darstellung, das Dioxin sei durch einen Fehler beigemischt worden, wird bezweifelt. Eine Razzia wurde angeordnet. Laut der Regierung in Berlin könnte das krebserregende Dioxin bis zu 150.000 Tonnen Tierfutter zugesetzt worden sein. Österreich ist weiter nicht betroffen.

Deutsche Verbraucher meiden im Supermarkt Eier und Geflügelprodukte. Der Einzelhandel sieht noch keinen Grund für eine groß angelegte Rückrufaktion. Mehr als 1.000 landwirtschaftliche Betriebe sind inzwischen gesperrt. Auch wenn nach ersten Erkenntnissen des Ministeriums in Berlin kein Dioxin-verseuchtes Futtermittel in die EU exportiert wurde, gingen Anfang Dezember 136.000 verdächtige Eier in die Niederlande.

Justiz ermittelt gegen Firmenleitung
Polizisten und Staatsanwälte gingen auf das Betriebsgelände in Uetersen im Bundesland Schleswig-Holstein, um Beweismittel sicherzustellen. Die Staatsanwaltschaft Itzehoe führt ein Ermittlungsverfahren gegen die Leitung des Unternehmens. Es soll technische Mischfettsäuren, die für die Papierherstellung bestimmt waren, für Futtermittel verwendet haben.

Das niedersächsische Agrarministerium erhob neue Vorwürfe gegen Harles und Jentzsch. "Die Darstellung, da hat einer den falschen Hahn aufgedreht, erscheint uns sehr unglaubwürdig", sagte Ministeriumssprecher Hahne. Wegen der großen Menge verseuchten Fettes sei menschliches Versagen unwahrscheinlich.

Österreich ist nicht betroffen
Österreich dürfte vom deutschen Dioxin-Skandal nicht betroffen sein. Wie die Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES mitteilte, hat die Europäische Kommission über das Europäische Schnellwarnsystem für Lebensmittel und Futtermittel bekanntgegeben, dass nach derzeitigem Informationsstand weder kontaminierte Lebensmittel noch Futtermittel in andere EU-Staaten oder Drittstaaten ausgeliefert wurden. Eine Ausnahme bildet die Auslieferung zweier Chargen von möglicherweise kontaminierten Eiern nach Holland.

(apa/red)

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Menschliches Versagen Jetzt sucht die Geschäftsführung wohl wieder ein Bauernopfer um sich aus der Verantwortung zu ziehen. Man kann nur hoffen dass der Staatsanwalt solchen Geschäftsleuten den Riegel vorschiebt (nämlich den von der Tür im Häfn)

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