Erste Probleme bei Stimmabgabe in USA:
Defekte Wahlmaschinen & lange Schlangen

Wähler müssen auf Wahlzettel auf Papier ausweichen Juristische Auseinandersetzung über Öffnungszeiten

Erste Probleme bei Stimmabgabe in USA:
Defekte Wahlmaschinen & lange Schlangen © Bild: AP/Solis

Bereits kurz nach Öffnung der Wahllokale in den Staaten entlang der US-Ostküste haben Wahlhelfer erste Schwierigkeiten gemeldet. So mussten die Wähler in einigen Wahlkreisen in New Jersey auf Wahlzettel aus Papier ausweichen, weil die Wahlmaschinen nicht funktionierten. In New York erklärte eine Sprecherin der Wahlkommission, die Menschen hätten sich in einigen Wahlkreisen schon gegen 04.00 Uhr früh (Ortszeit) angestellt, um lange Wartezeiten zu vermeiden.

"Bis 07.30 Uhr heute Morgen hatten wir so viele Wähler wie 2004 gegen Mittag", sagte der Wahlhelfer John Ritch in Chappaqua, New York. Gouverneur Ed Rendell forderte die Wähler in Pennsylvania auf, geduldig zu sein, während sich die Wahlhelfer auf eine Rekordbeteiligung vorbereiteten. Aus mehreren Bezirken um die Hauptstadt von Virginia, Richmond, wurden Probleme mit Wahlmaschinen und Computern gemeldet.

Menschliches Versagen
In einem Wahllokal in Richmond verlängerte eindeutig menschliches Versagen die Wartezeit der Wähler: Eine Bibliothek, die als Wahllokal diente, sollte eigentlich um 06.00 (Ortszeit) Uhr öffnen. Allerdings verschlief der Bibliothekar mit dem Schlüssel und kam 25 Minuten zu spät. Trotz der Verzögerung bei leichtem Regen wurde er um 06.25 Uhr von den Wartenden mit Jubel empfangen.

In Ohio erklärte ein Sprecher der Wahlkommission, Ben Piscitelli, es sei zu den üblichen Schwierigkeiten gekommen. "Wir kümmern uns um diese Dinge", sagte er. "Aber es ist nichts Größeres oder Systematisches."

Probleme in Virginia
Zu einer ersten juristischen Auseinandersetzung kam es im umkämpften Staat Virginia. Dort lehnte es ein Richter ab, in mehrheitlich von Schwarzen bewohnten Stadtteilen die Öffnung der Wahllokale zu verlängern oder zusätzliche Wahlmaschinen aufstellen zu lassen. Geklagt hatte die Nationale Vereinigung für die Förderung Farbiger (NAACP), die erklärte, in diesen Wahlkreisen könne es zu einem Ansturm auf die Wahllokale kommen. Der Richter wies jedoch die Wahlhelfer an zu verbreiten, dass jeder, der bis 19.00 Uhr (Ortszeit) in der Schlange stehe, seine Stimme noch abgeben könne.

Ebenfalls in Virginia forderte das Wahlkampfteam von John McCain vor Gericht, dass Briefwahlstimmen aus dem Ausland, die bis zum 14. November eintreffen, noch in die Zählung einfließen.

Rekord-Wahlbeteiligung erwartet
Im Vorfeld wurde landesweit mit einer Rekordbeteiligung an der Präsidentschaftswahl gerechnet. Insgesamt ließen sich 7,3 Prozent mehr Wähler für die Abstimmung registrieren als vor vier Jahren. "Unser System ist traditionell auf eine niedrige Beteiligung ausgerichtet", sagte Tova Wang von der Organisation Common Cause. "Wir werden all diese neuen Wähler haben, aber nicht viele neue Mittel."

(apa/red)