Erste Halbzeit hui, zweite pfui: Sieg über
den LASK lässt Salzburger gehörig grübeln

"Hoffe, dass wir das gegen Ventspils nicht büßen" Mattersburg und Sturm nach 2:2 weiter ungeschlagen

Meister Red Bull Salzburg hat bei der Generalprobe für die Champions-League-Qualifikation zwei Gesichter gezeigt. "Wenn wir so wie in den ersten 30 bis 40 Minuten spielen, ist das okay. Aber wenn wir so wie nach der Pause agieren, dann haben wir ein Problem", meinte Goalgetter Alexander Zickler, der beim 2:1-Heimerfolg in der 4. Runde der T-Mobile-Bundesliga gegen Aufsteiger LASK mit einem Doppelpack seine kleine Ladehemmung (225 Minuten ohne Treffer) ad acta legte.

Obwohl Zickler in der 11. und 26. Minute rasch für klare Verhältnisse gesorgt hatte, verloren die Salzburger den Faden, kassierten durch einen von Ivica Vastic verwerteten Elfmeter den Anschlusstreffer (47.) und mussten bis zum Schluss kämpfen und zittern. "Ich hoffe nicht, dass wir das gegen Ventspils büßen müssen", meinte Meistertrainer Giovanni Trapattoni mit Blick auf das Zweitrunden-Hinspiel in Lettland. "Nach der Pause mussten wir mehr Aufwand betreiben, als uns lieb war."

Entwarnung nach Schrecksekunde für Zickler
Entwarnung gab es für "Trap" bezüglich seines Torjägers Zickler, der kurz vor Schluss nach einem Zusammenstoß mit Vastic ausgewechselt wurde. "Ich kenne meinen Körper gut genug, um zu wissen, dass das kein Problem ist", so der Deutsche, der nach vier Liga-Runden schon wieder vier Treffer auf dem Konto hat. "Es war wichtig, dass ich wieder getroffen habe. Das gibt Selbstvertrauen."

Zwei völlig verschiedene Hälften sah natürlich auch LASK-Coach Karl Daxbacher. "Vor der Pause hat man den Klassenunterschied klar gesehen. Ich habe den Spielern in der Kabine Mut zugesprochen und ihnen gesagt, dass sie sich mehr zutrauen sollen." Das fruchtete dann auch und überraschte selbst Daxbacher. "Ganz ehrlich gesagt, hätte ich ihnen so eine Leistung gar nicht zugetraut."

Mattersburg und Sturm weiter ungeschlagen
Mattersburg und Sturm Graz trennten sich 2:2 und bleiben damit jeweils ungeschlagen. Bei den Mattersburgern schwinden aber angesichts der Doppelbelastung Liga und UEFA-Cup schön langsam die Kräfte. "Wir waren mit den Kräften ziemlich am Limit", erkannte Franz Lederer, für dessen Truppe nun bis zum Quali-Rückspiel gegen Aktobe am Donnerstag (Hinspiel 0:1) viel Regeneration angesagt ist.

Sturms Klaus Salmutter zeigte, wie groß das Selbstvertrauen der Grazer derzeit ist. Denn selbst ein Remis beim Tabellenführer scheint ihm zu wenig zu sein: "Wir haben uns intern fix vorgenommen, dass wir hier gewinnen." Doch sein Coach Franco Foda beschwichtigte: "Wir müssen die Kirche im Dorf lassen. Mattersburg ist eine Top-Mannschaft."

(apa/red)