Erste Bank Open von

Melzers Titel-Hattrick?

Kein Spieler konnte drei Titel in Wien holen. Muster verabschiedet sich von ATP-Tour.

Erste Bank Open - Melzers Titel-Hattrick? © Bild: GEPA/Hauer

Im Herbst erwartet der österreichische Tennisfan ein Turnier in der Wiener Stadthalle. Mit einem neuen Sponsor wird diese Tradition von 22. bis 30. Oktober auch am Leben gehalten. Jetzt muss nur noch Jürgen Melzer aus seinem Formtief herausfinden, dann steht einem Tennis-Fest beim Erste-Bank-Open nichts im Wege. Der Deutsch-Wagramer wäre der erste Spieler, mit drei Titeln beim Turnier-Klassiker.

Mit Jo-Wilfried Tsonga, Juan Martin del Potro, Viktor Troicki und Richard Gasquet hat sich aber starke Konkurrenz angekündigt. Und die letzte freie Wildcard, die spätestens am Freitag vergeben wird, wird Österreichs Nummer 1 und Nummer 25 der Welt noch einen weiteren möglichen starken Gegner bringen. "Ich habe fünf wirklich gute, namhafte Spieler, die ich nur anrufen brauche. Sie alle warten und dann gibt es noch zwei bessere Spieler, auf die ich warte", erklärte Turnierdirektor Herwig Straka zum Status quo.

Die Möglichkeit, dass Novak Djokovic kommen könnte, sei zwar medial etwas hochgespielt worden, aber zumindest ist es vom Management nie ausgeschlossen worden. Und für den zweiten Mann, laut Straka ein Top-5-Spieler, habe es eine "definitive Anfrage" gegeben.

Natürlich ist das keine leichte Aufgabe für Straka, immerhin muss er auch viele Spieler derzeit hinhalten. "Es ist hart, wenn du Spieler, wo du sonst sehr froh wärest, wenn sie im Hauptbewerb sind, wartenlassen musst", gesteht Straka.

Perfektes Vorjahr
Das vergangene Jahr ist mit dem Muster-Comeback, dem unerwarteten Final-Lauf von Andreas Haider-Maurer und schließlich der erfolgreichen Titelverteidigung von Melzer freilich perfekt gelaufen. Ob so etwas wiederholbar ist? "Mir ist immer das Event wichtig. Am Ende des Tages hätte ich gerne, dass viele Leute kommen und die, die kommen mit einem positiven Gefühl nach Hause gehen. Wie es voriges Jahr gelaufen ist, das war wie eine Lotterie, aber es ist nicht so, dass man dies vom Zuschauerzuspruch her nicht toppen könnte", ist der Straka überzeugt.

Es könne ja auch sein, dass ein Jo-Wilfried Tsonga, der als aktuelle Nummer 9 der Welt zumindest vorerst für Wien topgesetzt ist, eine Woche lang eine Super-Show abliefere. "Es ist das Schönste, wenn Leute jubeln, das wollen wir haben. Das klingt banal, ist aber schwer zu erreichen."
10.000 Muster-Fans?
Straka, der auch Thomas Muster managt, berichtet über einen ähnlich guten Vorverkauf wie im Vorjahr. Ob Musters Wunsch, zu seinem Abschied 10.000 Fans in der Halle zu sehen, erfüllt wird, kann noch nicht beantwortet werden. "Wir sind noch nicht ausverkauft, aber der Dienstag (geplanter Muster-Auftritt, Anm.) zieht im Vergleich zu den anderen Tagen etwas mehr an."

Letzter ATP-Auftritt von Muster
Muster wird ja definitiv zum letzten Mal auf der ATP-Tour zu sehen sein. "Voriges Jahr war es die Rückkehr, jetzt ist es der Abschied. Dazwischen liegt ein Jahr, in dem er auch bewiesen hat, dass er mitspielen kann und aber auch gesehen hat, dass es nicht mehr für das ganz oberste Level reicht", analysiert Straka, der dennoch überzeugt ist, dass Muster die Leute noch einmal begeistern kann.

Für den doppelten Titelverteidiger Melzer ist die Ausgangslage schon allein wegen des stärkeren Feldes schwieriger geworden. Im Gegensatz zum Vorjahr wird der 30-jährige Niederösterreicher wohl nicht in den Top 4 gesetzt sein und muss daher auch schon in der ersten Runde spielen. "Jürgen kann schon da auf starke Gegner treffen. Er muss von der ersten Minute an performen, aber er bereitet sich sehr gut darauf vor."

Fix ist mittlerweile auch, dass das Sieger-Doppel der US-Open antreten wird. Melzer-Partner Philipp Petzschner kommt nämlich nach Wien, nachdem er einen Platz im Einzel-Bewerb bekommen hat.

Dass es für Melzer heuer nicht so gut verlaufen ist, wie erhofft, könnte durch den Schauplatz vielleicht gedreht werden. "Ich glaube schon, dass das Umfeld ihn vielleicht wieder inspirieren kann", hofft Straka. Auch vor zwei Jahren sei er auch nicht als Favorit ins Rennen gegangen. "Ich hoffe, dass er hier einen Lauf bekommt."

Hawk-Eye ist dabei
Die Erste Bank Open präsentieren sich auch aufgrund der Sponsorfarben ganz in blau, der Belag ist ansonsten aber gleichgeblieben. Für die Zuschauer soll das "hawk-eye", das elektronische Linienrichtersystem, verstärkt präsentiert werden und damit den Unterhaltungsfaktor erhöhen.