Erste Bank Open von

Duell der Generationen

44-jähriger Muster fordert den 18-jährigen Dominic Thiem. Wird's das Abschiedsspiel?

Erste Bank Open - Duell der Generationen © Bild: GEPA

Es gibt wohl aus österreichischer Sicht wohl kaum ein interessanteres Erstrundenlos als jenes, das Jürgen Melzer bei der Auslosung für die Erste Bank Open in Wien gezogen hat: Der 44-jährige Thomas Muster, der in der Stadthalle seinen endgültigen Abschied von der ATP-Tour gibt, trifft heute auf den erst 18-jährigen Dominic Thiem. Letzterer ist die beste Nachwuchs-Aktie im rot-weiß-roten Tennis. Für den Youngster wird es wohl noch schwieriger werden als vor einem Jahr für Andreas Haider-Maurer in der ersten Runde.

"Glücksfee" Melzer, der gemeinsam mit Haider-Maurer die Auslosung vorgenommen hat, ist nach einigen Absagen in die Top 4 der Gesetztenliste gerutscht und steigt daher erst im Achtelfinale des Turniers ein. In diesem trifft er am (morigen) Mittwoch entweder auf den US-Amerikaner James Blake (am Samstag im Stockholm-Semifinale ausgeschieden) oder den Spanier Guillermo Garcia-Lopez. Der zweifache Titelverteidiger war damit nicht unzufrieden, warnte aber doch auch vor zu großen Vorschusslorbeeren. "Es ist angenehm, ein Freilos zu haben, ein Spiel weniger zu spielen. Die Auslosung ist schon gefährlich. Blake hat wieder aufgezeigt und hat in Stockholm Del Potro geschlagen", erinnerte Melzer. Mit Garcia-Lopez habe er Samstagvormittag einen harten und engen Trainingssatz in der Stadthalle absolviert.

Melzer: "Bin derjenige, den es zu schlagen gilt
Melzer trainiert schon seit Donnerstag in "seiner" Halle. "Ich fühle mich wohl, ich mag die Bälle und den Belag. Klar komme ich nicht mit dem Selbstvertrauen vom letzten Jahr, aber das gilt es eben in den ersten Runden zu erarbeiten", hofft Melzer, der den nunmehr wegen des Neo-Sponsors ganz blau eingefärbten Opticourt etwas schneller einschätzt als 2010. Auch wenn mit Viktor Troicki, Richard Gasquet, Juan Carlos Ferrero, Feliciano Lopez und Ivan Ljubicic gleich fünf Spieler abgesagt haben, viel einfacher ist Melzers Aufgabe mit Blick auf den möglichen Titel-Hattrick nicht geworden. "Tsonga und Del Potro sind von der Rangliste und vom Spielerischen her über mich zu stellen. Aber wenn man nach Wien kommt und zweimal gewonnen hat, muss man schon derjenige sein, den es zu schlagen gilt."

Auch wenn mit Martin Fischer, der am Mittwoch auf einen Qualifikanten treffen wird, noch ein weiterer ÖTV-Spieler im Bewerb ist: Die Schlagzeilen der ersten Runde gehören dem Kampf Jung gegen Alt. "Es wird auch für mich sehr interessant werden. Wenn man jetzt von den Fähigkeiten ausgeht, dann müsste der Dominic das gewinnen", glaubt Melzer. Allerdings werden die außergewöhnlichen Umstände dem diesjährigen French-Open-Finalisten bei den Junioren zusetzen. "Wie er mit der vollen Halle und seinen Nerven umgeht, das wird man dann sehen. Ich bin gespannt, es ist für beide eine Chance, eine Runde zu gewinnen."

Leitgeb tippt auf Muster
Melzer-Manager Ronnie Leitgeb lässt sich sogar zu einem Tipp für seinen Ex-Schützling hinreißen. "Das ist natürlich eine tolle Herausforderung. Dieses Spiel wird es wahrscheinlich nur einmal geben. Das ist für den Dominic eine ganz schwere Auslosung. In alter Verbundenheit würde ich auch auf den Thomas tippen. Da geht es für den Dominic weniger um seine Tennisleistung, die wissen wir, dass er die hat, aber da muss er mental über sich hinauswachsen." Im Vergleich zu Haider-Maurer, der vergangenes Jahr gegen Muster auf den Platz musste, ist das Los für den 18-jährigen noch schwieriger. So sieht es auch Leitgeb. "Der Andy hat Tour-Erfahrung und ist ein gestandener Profi. Für Dominic ist das ja wie eine Explosion."