Erschreckende Studie: Jede 4. Europäerin wird mindestens ein Mal Opfer von Gewalt

Laut Europarat Österreich und Spanien Musterländer

Jede vierte Europäerin wird mindestens ein Mal in ihrem Leben Opfer von Gewalttaten. Zehn Prozent sind sexuellen Übergriffen ausgesetzt und im familiären Umfeld leiden zwischen zwölf und 15 Prozent aller Frauen über 16 Jahren unter Angriffen von Ehemännern oder Vätern. Berücksichtigt man auch psychische Gewalt, sind sogar bis zu 45 Prozent betroffen. Dies gab der Europarat bekannt.

Die Zahlen wurden bei der Vorstellung der neuen, europaweiten Kampagne gegen häusliche Gewalt auf einer internationalen Konferenz in Madrid präsentiert. Die Kampagne startet in den kommenden Wochen in mehreren der 46 Mitgliedstaaten des Europarats, darunter auch in Österreich und läuft bis zum 8. März 2008.

Auf der Konferenz wurden Regierungen, Parlamente, Landes- und Lokalpolitiker aufgerufen, konkrete Maßnahmen zu ergreifen, wie etwa die Finanzierung von Frauenhäusern oder Gratis-Telefonzentralen für Betroffene. Zudem wurden die Mitgliedstaaten des Europarates aufgefordert, ihre nationalen Gesetzgebungen hinsichtlich des Opferschutzes zu modernisieren und Täter härter zu bestrafen.

Als Vorbilder dienten dabei immer wieder Österreich und Spanien, die über die fortschrittlichsten Gesetze auf diesem Gebiet verfügen. "Aber auch in Österreich gibt es im Kampf gegen die häusliche Gewalt, deren Opfer zu 95 Prozent Frauen sind, immer noch viel zu tun", erklärte Rosa Logar vom Wiener Interventionszentrum gegen häusliche Gewalt. So stieg die Zahl angezeigten Übergriffe auf Frauen in der Bundeshauptstadt von 3.200 im Jahr 2005 heuer auf mehr als 4.000 Anzeigen.

(apa)