Erschossener Dieb hatte Lager angelegt:
Polizei entleert Bauernhof mit zwei Lkws

Gut zwei Dutzend Motorräder wurden hier gelagert Schwunghafter Handel mit Yamaha-Ersatzteilen

Erschossener Dieb hatte Lager angelegt:
Polizei entleert Bauernhof mit zwei Lkws

Der im Weinviertel getötete Motorraddieb dürfte für zahlreiche Straftaten verantwortlich sein. Es könnte es sich bei dem 46-jährigen Wiener, der auf der Flucht vor der Polizei in Wetzelsdorf von einer Kugel aus der Dienstpistole eines Beamten getroffen wurde, um einen Mehrfachtäter gehandelt haben. In Drasenhofen an der tschechischen Grenze sei in einem alten Bauernhof ein "Ersatzteillager" samt einigen, vermutlich gestohlenen Bikes und Mofas entdeckt worden.

Laut "Kurier" hätten Beamte der Spurensicherung des Landespolizeikommandos Burgenland die Werkstätte und das Lagers geräumt. Zwei Lkw-Fuhren seien notwendig gewesen, um Motorradbestandteile von gut zwei Dutzend Bikes - durchwegs der Marke Yamaha - in eine von der Polizei gemietete Halle zu bringen. Jedes Teil werde nun katalogisiert in der Hoffnung, damit einige Motorraddiebstähle klären zu können. Laut ORF-NÖ sei der Mann im Besitz des Hofes, dort aber nicht polizeilich gemeldet gewesen.

Motorradrennfahrer als Dieb
Der 46-jährige mehrfach Vorbestrafte sei ein routinierter Motorradrennfahrer gewesen, der regelmäßig auf dem Automotodrom in Brünn seine Bikes austestete, hieß es in der Tageszeitung. Er dürfte einen schwunghaften Handel mit Motorradteilen geführt haben. Vor allem Besitzer von Rennmotorrädern, die behördlich nicht erfasst sind, dürften seine "Kunden" gewesen sein. Über entsprechende Kontakte soll er auf Grund seiner ständigen Präsenz am Auto- und Motorradring in Brünn verfügt haben.

Der Mann hatte in Gaweinstal mit einer wenige Stunden zuvor in Wien-Simmering gestohlenen Yamaha R1 eine Verkehrskontrolle durchbrochen. In Wetzelsdorf fuhr er auf einen Beamten zu, der sich durch einen Sprung zur Seite rettete. Laut "Kurier" soll der Flüchtende Sekundenbruchteile später mit dem schweren Bike den Beamten gestreift haben, wobei sich ein Schuss aus der Dienstwaffe gelöst haben könnte. Das Projektil durchschlug Niere, Leber, Herz und die Aorta des Mannes und führte, wie der Obduktionsbericht ergab, zum augenblicklichen Tod.

Für den Vorfall im Bezirk Mistelbach war die Staatsanwaltschaft Korneuburg zuständig. Um den Anschein von Befangenheit zu vermeiden, wurden die Ermittlungen im Fall bzw. zum Schusswaffengebrauch der Staatsanwaltschaft Wien übertragen. Die Tatortarbeit übernahm das Landeskriminalamt Burgenland.
(apa/red)