Erschöpfung und Galgenhumor: Österreichs Team saß nach Spiel auf den Färöern fest

Garics: "Können nur auf uns angefressen sein" Sonntag-Training wegen Verspätung abgesagt

Erschöpfung und Galgenhumor: Österreichs Team saß nach Spiel auf den Färöern fest © Bild: APA/Jäger

Kurz nach zwei Uhr früh, der Flughafen Vagar im Westen der Färöer. Das österreichische Nationalteam wartet auf seine Abreise von den ungeliebten Inseln - vorerst vergeblich. Ein Flugzeug steht nicht bereit - insgesamt fünf Stunden Verspätung. Weil die Maschine der Atlantic Airways statt wie geplant um 3.00 Uhr erst um 8.00 in Wien-Schwechat landet, muss auch das vorgesehene Training am Sonntag abgesagt werden.

An eine geruhsame Nacht war nicht zu denken gewesen, dafür hatten die Spieler auf dem Flughafen genügend Zeit, darüber nachzudenken, was sie denn da gerade zunichte gemacht hatten. Hängende Köpfe, enttäuschte Gesichter und da oder dort ein kleines Fünkchen Galgenhumor zeugen von einer weiteren historischen Blamage gegen die Färöer - 1:1. "Wenigstens haben wir nicht verloren", sagt Emanuel Pogatetz. Lachen kann niemand darüber.

Währenddessen winkt Teamchef Karel Brückner neben Jan Kocian und Andreas Herzog auch die Führungsspieler Andreas Ivanschitz und Martin Stranzl zu sich. Die Besprechung dauert keine fünf Minuten. Es ist fünf vor zwölf. Dennoch gibt Brückner aus Rücksicht auf das Heimspiel am Mittwoch gegen Serbien den gesamten Sonntag frei - der strapaziöse Reiseverlauf ließ dem 68-jährigen, selbst sichtlich erschöpften Tschechen keine andere Wahl.

Stickler hob noch ab
Ein Landeverbot wegen Schlechtwetters hatte den Flugplan auf den Färöern am Vortag langfristig durcheinandergewirbelt. Die Atlantic Airways verfügen nur über sieben Maschinen, sind aber die einzige Fluglinie, die sich in die Turbulenzen rund um das 48.000 Einwohner zählende Archipel im Nordatlantik wagt. Ein Flugzeug war bereits unmittelbar nach Spielende abgehoben. Darin saß unter anderem ÖFB-Präsident Friedrich Stickler.

Als Stickler in Wien ankam, saßen Ivanschitz, Stranzl und Co. noch auf den Inseln fest. Dazu stand den ÖFB-Kickern noch ein Zwischenstopp in Billund in Dänemark bevor. "Das ist ein bisschen viel auf einmal", meinte England-Legionär Paul Scharner. "Erst das Ergebnis und dann auch noch das Warten hier." Zumindest das Resultat haben sich die Österreicher selbst zuzuschreiben. "Wir können nur auf uns angefressen sein", gestand György Garics.

(apa/red)