Erneuter Anlauf für eine Kosovo-Lösung:
Wenig Hoffnung in vorerst letztem Gespräch

Kosovo-Albaner sehen nur Unabhängigkeit als Lösung Serbien pocht auf Verhandlungen über März hinaus

Erneuter Anlauf für eine Kosovo-Lösung:
Wenig Hoffnung in vorerst letztem Gespräch

Auch am zweiten Tag der entscheidenden Verhandlungsrunde zwischen Belgrad und Pristina im niederösterreichischen Kurort Baden besteht wenig Aussicht auf einen Durchbruch bei der Status-Frage des Kosovo. "Serbien und Kosovo können keinen Kompromiss in der Status-Frage finden", betonte der künftige kosovo-albanische Premier Hashim Thaci nach dem Direkttreffen mit Belgrad. "Wir können uns einigen. Es gibt viele Wege, eine Lösung zu finden. Es gibt viele Modelle für eine Lösung", sagte das serbische Staatsoberhaupt Boris Tadic.

Die letzte Gesprächsrunde unter der Leitung der Kosovo-Troika über die Zukunft des Kosovo endet heute in Baden. In der Früh steht ein abschließendes Direkttreffen zwischen den hochrangigen Delegationen aus Belgrad und Pristina auf dem Programm. Danach wollen die Kosovo-Albaner und Serben im Schloss Weikersdorf ein abschließendes Statement abgeben. Gegen 11.30 Uhr ist im Außenministerium in Wien eine Pressekonferenz der Troika (EU, USA, Russland) angesetzt.

Kaum Annäherung
Nach den ersten beiden Tagen gab es offenbar nicht die geringste Annäherung in der Status-Frage. Für die Kosovo-Albaner kommt nur die Unabhängigkeit infrage. Diese sei "bereits beschlossen", werde von der internationalen Gemeinschaft unterstützt und werde "sehr bald" vom Parlament in Pristina ausgerufen werden, so der Standpunkt der Kosovo-Albaner. Die Unabhängigkeit werde auch "viel früher" als im März proklamiert werden, erklärte der scheidende Kosovo-Premier Agim Ceku.

Serbien will weiterverhandeln
Serbien hingegen pocht auf weitere Verhandlungen auch über den 10. März hinaus, wenn die Kosovo-Troika den UNO-Generalsekretär Ban Ki-moon über die Ergebnisse der seit August laufenden Gespräche informieren soll. Belgrad warnt vor fatalen Konsequenzen für den Balkan, sollte es zu keiner Kompromisslösung kommen. Die Verhandlungen würden nicht in Baden und nicht am 10. März, sonder sie "werden und müssen im UNO-Sicherheitsrat enden", betonte der serbische Premier Vojislav Kostunica. Für Serbien sei nur eine Lösung innerhalb des Sicherheitsrates möglich. "Alles andere ist für uns nicht akzeptabel", betonte Kostunica. (apa/red)