Erneut Gefechte zwischen Thailand und Kambodscha: Tausende sind auf der Flucht

Seit Jahren schwelender Streit um den Grenzverlauf Mindestens fünf Menschen kamen dabei ums Leben

Erneut Gefechte zwischen Thailand und Kambodscha: Tausende sind auf der Flucht © Bild: REUTERS/Pheara

Im Streit um einen Tempel an der Grenze zwischen Thailand und Kambodscha haben sich Soldaten beider Länder erneut Gefechte geliefert. "Die Schüsse haben heute früh zum vierten Mal begonnen", sagte der kambodschanische Ministerpräsident Hun Sen in Phnom Penh. Aus der thailändischen Armee verlautete, es habe aufgrund eines "Missverständnisses" einen kurzen Schusswechsel gegeben.

Tausende Menschen sind auf der Flucht. Wie der Gouverneur der thailändischen Provinz Si Saket, Suwan Sujalit, mitteilte, hätten rund 15.000 Menschen ihre Dörfer in dem Grenzgebiet rund 450 Kilometer nordöstlich von Bangkok verlassen. Seit dem Wochenende kamen auf beiden Seiten mindestens fünf Menschen ums Leben, darunter auch zwei Zivilisten. Dutzende wurden verletzt. Der seit Jahren schwelende Streit um den Grenzverlauf in der Nähe eines Hindu-Tempels war über das Wochenende erneut eskaliert. Beide Seiten machten sich gegenseitig für die Gewalt verantwortlich.

"Thailand wird weiter schießen, solange die Kambodschaner auf uns schießen", drohte Armeesprecher Sansern Keowkhamnerd. Nach kambodschanischer Darstellung wurde eine Wand der Tempelanlage durch Artilleriebeschuss aus Thailand beschädigt.

UNO-Generalsekretär besorgt über Konflikt
UNO-Generalsekretär Ban äußerte sich besorgt über den Konflikt zwischen den asiatischen Nachbarländern. Er forderte beide Seiten auf, sich auf ein Ende der Kämpfe zu einigen und ein Höchstmaß an Zurückhaltung zu zeigen, wie ein Sprecher in New York sagte.

Das Gebiet um den Preah-Vihear-Tempel ist seit den 1950er Jahren ein Zankapfel zwischen beiden Staaten. Der Komplex aus dem 11. Jahrhundert wurde 1962 durch einen Beschluss des Internationalen Gerichtshofs Kambodscha zugesprochen. Thailand erhebt aber Anspruch auf einen Teil des umliegenden Geländes. Seit die UNESCO das Gelände im Juli 2008 unter Protest Thailands zum Weltkulturerbe erklärt hat, kam es immer wieder zu Scharmützeln.

(apa/red)