Ernest Kalteneggers Erbe wurde gerettet:
KPÖ-Kandidatin Klimt-Weithaler im PORTRÄT

Kommunisten bleiben steirischem Landtag erhalten Kindergartenpädagogin ist Expertin in Sozialfragen

Ernest Kalteneggers Erbe wurde gerettet:
KPÖ-Kandidatin Klimt-Weithaler im PORTRÄT © Bild: APA/Schlager

Die 39 Jahre alte gebürtige Obersteirerin Claudia Klimt-Weithaler hatte als Nachfolgerin der steirischen KPÖ-Legende Ernest Kaltenegger ein schwieriges Erbe zu verwalten. Mit dem Verbleib im Landtag hat sie ihr Wahlziel trotz Einbußen erreicht. Die ausgebildete Kindergartenpädagogin gilt als Spezialistin in Sozialfragen, denen sie sich auch in der vergangenen Periode widmete. Mit den Auftritten im Zuge des Wahlkampfes gelang es ihr, an Profil zuzulegen.

Geboren wurde Klimt-Weithaler 1971 im obersteirischen Industriestadt Fohnsdorf. Nach dem Besuch der Volks- und Hauptschule und der Ausbildung zur Kindergartenpädagogin übersiedelte sie nach Graz. Dort begann sie ein Pädagogikstudium parallel zu Anstellungen in unterschiedlichen Kinder- und Jugendorganisationen sowie in Frauenprojekten. Der KPÖ trat sie erst im März 2000 bei, in der Anfangszeit der ÖVP-FPÖ-Koalitionsregierung. Der quasi Quereinsteigerin merkt man an, dass sie ihren Lebensweg lange außerhalb von Parteistrukturen machte. Sie bedient sich weder im Landtag noch im persönlichen Gespräch des häufigen "Politikersprech".

Die Mutter zweier Töchter - neun und 13 Jahre alt - lebt in Graz. Als Alleinerzieherin weiß sie, wo ihrer potenziellen Wählerklientel der Schuh drückt - u.a. bei der Vereinbarkeit von Beruf und Familie. 2003 baute sie eine Kinderkrippe mit dem Schwerpunkt "geschlechtssensible Pädagogik" auf, bis Februar 2010 war sie dort Geschäftsführerin. Seit Herbst 2005 ist sie Landtagsabgeordnete der KPÖ mit den Schwerpunkten Soziales und Bildung, ab 1. März 2010 übernahm sie von Ernest Kaltenegger den Klubvorsitz. Dass es ihr gelungen ist, die einzige KP-Mitgliedschaft in einem österreichischen Landtag zu halten, lässt sie nun einige Schritte aus dem Schatten der austro-kommunistischen Legende treten.

Wenn nicht gerade Wahlkampf ist, hat die Klubchefin einen "Deal mit ihren Töchtern": Dann ist einmal im Jahr das Meer angesagt, wegen des heurigen Urnengangs erfolgte der Urlaub bereits zu Ostern in Mallorca. Ihr Hobby sind Städtereisen, weswegen - auch den Töchtern geschuldet - sobald wie möglich London am Programm steht. Früher hat Klimt-Weithaler "Theater gespielt und Kabarett gemacht". Obwohl die Zeit als Klubchefin karg bemessen ist, liest die nach wie gerne und trifft sich mit Freunden zum "plaudern und diskutieren".

(apa/red)