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Ermittlungen gegen Berlusconi wegen Geldwäsche bei AC-Milan-Verkauf

Kaufpreis soll um 300 Mio. Euro aufgeblasen worden sein

Rund sieben Wochen vor den Parlamentswahlen in Italien ist der ehemalige Regierungschef Silvio Berlusconi erneut ins Visier der Justiz geraten. Die Mailänder Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen gegen den 81-jährige Medienunternehmer wegen Verdacht auf Geldwäsche im Zusammenhang mit dem Verkauf seines Fußballklubs AC Milan eingeleitet, berichtete die Turiner Tageszeitung "La Stampa" am Samstag.

Demnach vermuten die Ermittler, dass der Kaufpreis von 740 Millionen Euro um 300 Mio. Euro aufgeblasen wurde, damit Berlusconi Schwarzgelder von ausländischen Bankkonten nach Italien zurückführen konnte. Der chinesische Investor Yonghong Li hatte den Klub im vergangenen Jahr erworben, die Staatsanwaltschaft prüft dem Medienbericht zufolge nun die Herkunft der an Berlusconi überwiesenen Beträge aus Hongkong.

Der AC Milan, der schon seit Jahren keine sportlichen Höhenflüge mehr gefeiert hat und derzeit auf Platz elf der Serie A liegt, hatte 230 Mio. Euro für Spieler ausgegeben hat. In den ersten sechs Monaten 2017 gab der Verein einen Verlust von 33 Mio. Euro bekannt. Die UEFA hatte kürzlich vom AC Milan mehr Informationen über dessen Businessplan angefordert.

Berlusconi, der bereits viermal das Amt des Regierungschefs in Italien innehatte, ist Gründer der rechtskonservativen Partei Forza Italia, die im Rahmen einer Mitte-Rechts-Allianz am Wahlkampf für die Parlamentswahlen am 4. März teilnimmt. Dem Bündnis werden gute Erfolgschancen eingeräumt. Berlusconi selber darf wegen eines Ämterverbots nicht für einen Parlamentssitz kandidieren. Wegen seiner Verurteilung wegen Steuerbetrugs 2011 war Berlusconi aus dem Senat ausgeschlossen worden.

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