Erhält die AUA eine weitere Geldspritze? Scheich will Anteile für 150 Mio. € kaufen

Intensive Verhandlungen zwischen Saudi und Ötsch Politik wie Banken dafür - ÖIAG noch mit Vorbehalten

Erhält die AUA eine weitere Geldspritze? Scheich will Anteile für 150 Mio. € kaufen © Bild: APA

Die AUA soll eine weitere Geldspritze erhalten. Nachdem sie sich im Dezember 2006 370 Mio. Euro über eine Kapitalerhöhung an der Börse geholt hatte, kommt nun voraussichtlich Geld aus dem arabischen Raum. Scheich Mohamed Bin Issa Al Jaber stehe bereits mit AUA-Boss Ötsch in intensiven Verhandlungen, berichtet die Tageszeitung "Die Presse". Mittlerweile hat die AUA diese auch bestätigt.

Der Saudi ist hierzulande kein Unbekannter: Er besitzt das "Grand Hotel", "The Ring" und das "Hotel Schwarzenberg". Nun will er dem Bericht zufolge 150 Mio. Euro in die AUA investieren. Dafür soll er Aktien erhalten - wie viele, sei eine Frage der Verhandlungen, hieß es. Auf Basis des aktuellen Börsewerts der Fluglinie, der aufgrund des starken Kursverfalls bei knapp 450 Mio. Euro liegt, würde Al Jaber ein Drittel der Fluglinie erhalten.

Die Zeichen für einen positiven Abschluss des Geschäfts, mit dem sich der AUA-Aufsichtsrat in seiner nächsten Sitzung am 12. März befassen wird, scheinen gut zu stehen: Bundeskanzler Gusenbauer und sein Vize, Finanzminister Molterer, sollen laut "Presse" den Plänen gegenüber ebenso aufgeschlossen sein wie jene Gruppe heimischer Banken und Versicherungen, die an der AUA 7,25 Prozent hält. Sie garantiert zusammen mit der Staatsholding ÖIAG (42,75 Prozent) die für die internationalen Flugrechte notwendige nationale Mehrheit an der AUA. Allein die ÖIAG, die mit ihrem Chef Michaelis allerdings auch den AUA-Präsidenten stellt, soll noch Vorbehalte hegen.

Das Argument, das bei der Regierung und den anderen Großaktionären am meisten laut Zeitung ziehen dürfte: Mit dem saudischen Milliardär erhält die AUA einen strategischen Investor, der ihre Entwicklung mitträgt. Für dieses Modell gibt es ein Vorbild: die OMV. Dort hält die Ipic aus den Emiraten 17,6 Prozent und bildet mit der ÖIAG ein Syndikat. Die Ipic hat sich als langfristig verlässlicher Partner erwiesen, der alle strategischen Entscheidungen und die Expansion des Energiekonzerns mitträgt. (apa/red)