Ergebnisse zu Tempo 100 in Oberösterreich: Weniger Luftbelastung und Spritverbrauch

Umweltlandesrat Anschober: Keine "Zauberlösung" Verkehrsbeeinflussungsanlage kommt Ende 2007

Ergebnisse zu Tempo 100 in Oberösterreich: Weniger Luftbelastung und Spritverbrauch

Eine Zwischenbilanz über die umstrittene 100-km/h-Beschränkung, die seit Anfang Jänner auf einem Abschnitt der Westautobahn (A1) in Oberösterreich gilt, hat Umweltlandesrat Rudi Anschober (G) gezogen: Die Luftbelastung sei zurückgegangen, berichtete er. "Tempo 100 ist keine umweltpolitische Zauberlösung, aber ein Schritt in die richtige Richtung."

Die Couleur der zuständigen Umweltreferenten spiele "überhaupt keine Rolle", erklärte Anschober in Richtung von Verkehrsreferent Landeshauptmann-Stellvertreter Erich Haider (S), der das Limit stets kritisiert hatte. In Oberösterreich sei es zu ähnlich positiven Auswirkungen wie in anderen Bundesländern gekommen, bei denen es auch Tempo-100-Beschränkungen gibt, betonte der Landesrat. Das Bundesgesetz sei jedenfalls zu vollziehen.

Weniger CO2
Im ersten Halbjahr 2007 seien 1.167 Tonnen Kohlendioxid (CO2), neun Tonnen Stickoxid und 0,9 Tonnen Dieselrußpartikel eingespart worden. An der Messstelle Enns-Kristein sei die Stickstoffdioxid-Belastung um neun Mikrogramm pro Kubikmeter zurückgegangen. Die Treibstoffersparnis von Pkw sei proportional der CO2-Reduktion, so Anschober. Der Rückgang von sechs Prozent entspreche rund 400.000 Litern.

Weniger Unfälle
Der Verkehrslärm sei auch gesunken, aber nur in geringem Ausmaß von zwei Dezibel. Ähnlich die Entwicklung bei den Unfallzahlen: Nach Angaben der Polizei sei die Zahl der Personenschäden um 14 Prozent auf insgesamt sechs zurückgegangen. Die Anzahl von Unfällen mit Sachschaden sei um 25 Prozent auf 34 minimiert worden, berichtete Anschober. Bis Ende Juni wurden mehr als 140.000 Fahrzeuge gemessen und rund 22.600 Lenker angezeigt, die sich nicht an das Limit gehalten haben, das von 5.00 bis 22.00 Uhr gilt.

Neues System zum Jahreswechsel
Nach der Aufregung über die 13 Kilometer lange 100-km/h-Beschränkung zwischen Linz und der Landesgrenze zu Niederösterreich hofft der Landesrat, "dass wir die Situation versachlichen und beruhigen können". Über die immissionsgesteuerte Verkehrsbeeinflussungsanlage, die das Limit zum Jahreswechsel 2007/08 ablösen soll, herrsche Konsens unter den drei oberösterreichischen Regierungsparteien. Anschober geht davon aus, dass das System zeitgerecht installiert wird. (APA/red)