Erfolgreicher Marsch mit fast allen Spitzenklubs

Erfolgreicher Marsch mit fast allen Spitzenklubs

Er galt als "Sir" und war u.a. Trainer von Austria, Rapid, Sturm, LASK, Salzburg, Admira/Wacker und Sportclub: Karl Schlechta, der am Montag in Wien bei guter Gesundheit und voll Vitalität seinen 80. Geburtstag feiert. Mit 60 Jahren hatte "Sir Karl" zwar genug vom Trainerberuf ("lasst die Jüngeren ran"), jedoch keineswegs vom Fußball, den er auch heute noch (meist vor dem Fernseher) mit großem Interesse, Fachwissen und Begeisterung verfolgt.

Weniger erfreut ist Schlechta, der bei sämtlichen Klubs die Jungen forcierte, dass heute der Nachwuchs zu wenig zum Zug kommt. Er selbst hätte vielen eine Chance gegeben und wäre auch durch entsprechende Leistungen belohnt worden. So schafften z.B. während seiner fünfjährigen Sturm-Zeit Heribert Weber, Gernot Jurtin, Andreas Pichler und Manfred Steiner den Sprung in die Nationalmannschaft. Dass er für diese nie verantwortlich war, obwohl er Angebote gehabt hätte, sieht Schlechta heute ein bisschen wehmütig. "Aber da war ich immer in einem Vertrag und wollte diesen auch erfüllen", erinnert sich der Jubilar, der als Co. von Karl Decker sieben Mal die Nationalelf trainierte und auch das B-Team betreute.

Umso mehr darf Karl Schlechta auf seine Tätigkeit als Klubtrainer stolz sein. Als Aktiver stürmte er für Wacker Wien, Post SV und den FAC, ehe er in Klosterneuburg 1952 als Spielertrainer in seinen späteren Beruf schnupperte. Stationen als Nachwuchscoach bei Mödling, Wacker und Austria endeten mit dem Chefposten bei den Wiener Violetten (1959-1962), die er zu je zwei Meister- und Cuptitel führte und auch zum Sieg beim Stadthallenturnier.

Dann kam der LASK (1962-65), er wurde bei den Linzern aber einige Monate vor dem ersten Titelgewinn einer Bundesländerelf (1965) von Frantisek Bufka abgelöst. Stationen beim WAC, Red Star, Rapid-Amateure folgten. Mit Salzburg (69-71) schaffte er den Vizemeistertitel (ein Punkt hinter Innsbruck 1971) und holte mit den Festspielstädtern auch Rang eins in der Stadthalle.

Dem "weniger erfreulichen" Intermezzo mit der Admira (71/72) folgten fünf Jahre mit dem SK Sturm, den er zunächst vor dem Abstieg bewahrte und mit dem Schlechta als beste Platzierung Rang fünf herausholte, obendrein ins Europacup-Viertelfinale vorstieß. Dann rief Rapid (Februar 78 bis 79), als Hans Krankl mit 41 Treffern den goldenen Fußball gewann und Rang zwei heraussprang. Der Sportclub war 80 bis 82 seine letzte Trainerstation, mit 60 hörte er auf. "Ich bin mit keinem einzigen Verein abgestiegen", sieht Karl Schlechta stolz auf seine Trainerlaufbahn zurück. Aktiv ist er noch immer, als Betreuer ("versorgen, füttern, ansprechen, beobachten, aber nicht schießen") des Jagdreviers seiner Tochter in Mauerbach.