Erfolgreicher Fußball-Visionär und Ruhepol:
Geschäftsführer Martin Kallen im Porträt

Schweizer war schon 2004 in Portugal EURO-Boss Kallen: "Stillstand ist für mich ein Fremdwort"

Erfolgreicher Fußball-Visionär und Ruhepol:
Geschäftsführer Martin Kallen im Porträt © Bild: APA/Diener/Manart

Er war nie ein großer Fußballer, in seiner Jugend spielte er als Verteidiger beim FC Frutigen in seiner Heimat im Berner Oberland. Dennoch ist Martin Kallen eine der tragenden Persönlichkeiten der EURO 2008. Beim 44-jährigen Schweizer laufen hinter den Kulissen alle Fäden zusammen. Kallen ist leitender Geschäftsführer der EURO 2008 SA. In dieser Rolle hatte er bereits 2004 in Portugal ein erfolgreiches Turnier organisiert.

Kallen ist alles andere als der klassische Sportfunktionär. Seine berufliche Laufbahn hatte der studierte Betriebswirt bei den Verkehrsbetrieben im Berner Oberland begonnen, seine Frau hatte er passenderweise auf einem Bahnhof kennen gelernt. Mittlerweile sind beide bei der hundertprozentigen UEFA-Tochter EURO 2008 SA tätig. Dort hat Kallen in der finalen Phase rund 430 Mitarbeiter unter sich und gilt ob seiner Offenheit als umgänglicher Chef.

Mit Ungeduld zur Blitzkarriere
Bei der UEFA hatte Kallen 1994 angeheuert. Der Schweizer diente sich durch die Marketingabteilung, bis er ab 2000 als Eventmanager für die Ausrichtung der Finalspiele in Champions League und UEFA-Cup verantwortlich zeichnete. Höhepunkt der Blitzkarriere: die Bestellung zum OK-Chef der EURO in Portugal. "Diese Erfahrung hilft mir, jetzt Ruhe und Übersicht nicht zu verlieren", erklärt Kallen, der als Kind immer von einer Schauspiel-Karriere ("Ich war ein großer Fan von Heinz Rühmann") geträumt hatte.

Tatsächlich scheint den leutseligen Eidgenossen so schnell nichts aus der Ruhe zu bringen. Und so absolviert er geduldig Medientermin um Medientermin, gibt Auskünfte über dieses und jenes Detail. "Das gehört zu meinem Job. Das mache ich gerne", sagt Kallen. Ungeduldig ist er lediglich, wenn es ums Geschäft geht. "Stillstand ist für mich ein Fremdwort", sagt der Visionär, der erst nach der EURO über seine berufliche Zukunft entscheiden will.

Kallen ist nicht nur der Organisator, sondern mittlerweile auch ein Botschafter der EURO 2008 - ein positiver "Hansdampf in allen Gassen". Reiselust und Weltoffenheit machen ihm das Leben leichter. UNO-Generalsekretär wollte er einmal werden, als realistisches Ziel hat er sich die Geschäftsführung eines internationalen Konzerns zum Ziel gesetzt. Die Netzwerke, die die EM in Österreich und der Schweiz bietet, werden diesem Ehrgeiz nicht abträglich sein. (apa/red)

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