'Erfolg wäre schlimmer als Bosman-Urteil': Plassneggers heikler Gang vor Zivilgericht

Einstweilige Verfügung soll Spielverbot aufheben GAK-Svetits: 'Rapid geht einen gefährlichen Weg!'

Dem österreichischen Fußball steht ein brisanter Rechtsfall ins Haus. Gernot Plassnegger will vor Gericht eine Einstweilige Verfügung gegen sein Berufsverbot erwirken, nachdem das Protestkomitee der Bundesliga vor einer Woche seinen vorzeitigen Vertragsaustritt beim GAK für unberechtigt erklärt hatte. Damit könnte der 28-Jährige eine Lawine auslösen, meint zumindest GAK- Manager Peter Svetits.

"Wenn das durchgeht, wäre das schlimmer als das Bosman-Urteil", fürchtet Svetits dramatische Konsequenzen. Sollte Plassnegger eine Einstweilige Verfügung bei einem ordentlichen Gericht erhalten, wäre er sofort für Rapid einsatzberechtigt. Danach würde ein Prozess über allfälligen Schadenersatz für den GAK entscheiden. "Das wäre in jedem Fall geringer als eine Ablösesumme", erklärte der GAK-Manager, der davor warnt, dass dieses Beispiel Schule machen könnte. "Rapid geht einen gefährlichen Weg", sagte Svetits.

Rapid sieht Sache naturgemäß anders
Im Lager der Grün-Weißen teilt man die Aufregung der Grazer nicht. Im Gegenteil, Präsident Edlinger spielt den Ball wieder zurück. "Hätte der GAK seine Verpflichtungen eingehalten, wäre es nicht zu dieser Situation gekommen", meinte Rapid-Chef. "Wir haben Plassnegger nach der Entscheidung des Senat 2 (erste Instanz, Anm.) verpflichtet und danach Markus Hiden auf die Transferliste gesetzt. Wer hat also jetzt den Schaden?", fragte Edlinger.

Plassnegger selbst fühlt sich jedenfalls im Recht und hofft auf eine baldige Entscheidung. Im April war der 28-Jährige auf Grund fehlender Gehaltszahlungen und nach einer Fristsetzung aus seinem Vertrag beim GAK ausgestiegen. Die Grazer überwiesen allerdings noch knapp vor Fristende Geld und hatten damit beim Protestkomitee Erfolg. An Ablöseverhandlungen mit dem GAK, wie auch von Svetits gefordert, denkt Edlinger allerdings nicht. (APA)