Erdrutschsieg für indische Kongresspartei: Die neue Regierung soll schon bald stehen

Premierminister Singh wird weiter Regierung führen Sonia Gandhi ruft nach Wahl zur Geschlossenheit auf

Erdrutschsieg für indische Kongresspartei: Die neue Regierung soll schon bald stehen © Bild: AP/Quraishi

Nach ihrem unerwarteten Erdrutschsieg bei der Wahl in Indien rechnet Sonia Gandhis Kongresspartei mit einer schnellen Regierungsbildung in der größten Demokratie der Welt. Die indische Traditionspartei geht davon aus, die wenigen für eine Mehrheit fehlenden Stimmen im Parlament problemlos zu erhalten. Kleinere Parteien signalisierten bereits Unterstützung.

Der bisherige Premierminister Manmohan Singh wird auch die künftige Regierung führen. Kongress-Chefin Sonia Gandhi rief zur Geschlossenheit auf. "Die Wahl liegt nun hinter hinter uns, die harte Arbeit muss beginnen", sagte sie bei einem Spitzentreffen der Partei. Mit 206 Sitzen erzielte die Kongresspartei ihr bestes Ergebnis seit fast 20 Jahren. 1991 hatte die Partei 244 der 543 Wahlkreise gewonnen.

Kongress-Sprecher Tom Vadakkan sagte, er rechne damit, dass die neue Regierung innerhalb von einer Woche ihre Arbeit aufnehmen werde. Sonia Gandhi betonte: "Wir können jetzt damit beginnen, die Kongresspartei wieder zu ihrer Rolle als natürliche Regierungspartei in Indien zurückzuführen."

Wahldebakel für Volkspartei
Nach Auszählung beinahe aller Stimmen gewann die Kongress-geführte Vereinte Fortschrittsallianz (UPA) 262 Sitze. Für die absolute Mehrheit fehlen damit nur zehn Sitze. Die hindu-nationalistische Volkspartei (Bharatiya Janata Party, BJP) erlebte ein Wahldebakel. Die "Dritte Front" aus kommunistischen und regionalen Parteien schnitt gleichfalls deutlich schlechter als erwartet ab.

Das neue Parlament kommt am 2. Juni zu seiner ersten Sitzung zusammen. Die Wahlbeteiligung lag bei 60 Prozent. 428 Millionen der 714 Millionen indischen Wahlberechtigten gaben ihre Stimme ab. 2,1 Millionen Sicherheitskräfte waren zur Absicherung der Wahl eingesetzt.

(apa/red)