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Erdogan und Trump sprechen nach Gipfel in Sotschi über Syrien

Verhältnis zwischen Washington und Ankara ist angespannt

Zwei Tage nach dem Gipfel im russischen Sotschi zum Bürgerkrieg in Syrien hat US-Präsident Donald Trump mit dem türkischen Staatschef Recep Tayyip Erdogan telefoniert. Die staatliche türkische Nachrichtenagentur Anadolu meldete, bei dem Gespräch am Freitag sei es neben der Syrienkrise und den Gipfel in Sotschi auch um "regionale Probleme" und um die bilateralen Beziehungen gegangen.

Auf Twitter nannte Erdogan das Telefonat "produktiv". Trump hatte zuvor auf Twitter mitgeteilt, er werde mit Erdogan darüber sprechen, "Frieden in das Chaos zu bringen, das ich im Nahen Osten geerbt habe".

Im Schwarzmeerort Sotschi war Erdogan am Mittwoch mit den Präsidenten Russlands und des Iran, Wladimir Putin und Hassan Rouhani, zusammengekommen. Die drei Präsidenten riefen die Konfliktparteien in Syrien dazu auf, an einem sogenannten Kongress der Völker teilzunehmen, um den Bürgerkrieg zu beenden.

Das Verhältnis zwischen Washington und Ankara ist angespannt. Zu der Verstimmung und einer gegenseitigen Visa-Blockade führte im Oktober die Inhaftierung von zwei lokalen Mitarbeitern von diplomatischen Vertretungen der USA in der Türkei. Die US-Regierung fordert außerdem - ähnlich wie die deutsche Bundesregierung - die Freilassung von US-Staatsbürgern aus türkischer Haft.

In den USA soll Anfang Dezember zudem ein Prozess wegen möglicher Verstöße gegen Iran-Sanktionen beginnen, der auch die damals von Ministerpräsident Erdogan geführte türkische Regierung belasten könnte. Die jetzige Regierung sieht in dem Prozess "eine klare Verschwörung gegen die Türkei".

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