Besuch von

Türkischer Premier Erdogan
kommt im Juni nach Wien

Der umstrittene Ministerpräsident wird zwei Tage in Österreich verbringen

Der türkische Premier Erdogan kommt nach Wien. © Bild: APA/EPA/Oliver Berg

Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan kommt im Juni definitiv nach Wien. Bereits vor einigen Tagen waren dementsprechende Gerüchte aufgetaucht, nachdem Erdogan in Köln eine umstrittene Rede gehalten hatte.

Wie "diepresse.com" aus diplomatischen Kreisen bestätigt wurde, wird Erdogan am 19. und 20. Juni Österreich besuchen. Er folgt damit der Einladung der "Union of European Turkish Democrats" (UETD), die als Vorfeldorganisation von Erdogans islamisch-konservativer AKP gilt und auch seinen Deutschland-Besuch vor zwei Wochen organisiert hat.

Offiziell wird der Premier damit wohl wie in Köln das zehnjährige Bestehen der UETD würdigen, der eigentliche Zweck des Auftritts ist aber nach einhelliger Meinung von Beobachtern der Wahlkampf. In der Türkei wird am 10. August ein neuer Präsident gewählt und obwohl Erdogan seine Kandidatur noch nicht bestätigt hat, wäre ein Nicht-Antreten eine große Überraschung. Die Türken können ihren Staatschef dabei erstmals direkt wählen und auch die im Ausland lebenden Staatsbürger sind wahlberechtigt - in Österreich immerhin knapp 115.000.

Auf ihrer Facebook-Seite kündigte die UETD an, dass man sich derzeit auf den Besuch vorbereite. In den nächsten Tagen soll noch der Ort bekannt gegeben werden, wo Erdogan am 19. Juni vor seinen Anhängern eine Rede halten soll. Anschließend soll er offenbar nach Frankreich weiterfliegen, wo ein Treffen mit Präsident Francois Hollande geplant ist, berichtet "diepresse.com".

Wirbel um Deutschland-Besuch

In Deutschland hatte Erdogans Auftritt für gehörigen Wirbel gesorgt. Ins seiner Rede vor 15.000 Fans in der Lanxess-Arena hatte er den türkischstämmigen Chef der deutschen Grünen, Cem Özdemir, wegen dessen anhaltender Kritik an Erdogans Politik zur in der Türkei unerwünschten Person erklärt. Die deutsche Bundesregierung protestierte scharf und berief auch den türkischen Botschafter ins Außenministerium ein. Vor der Halle hatten 30.000 Erdogan-Gegner lautstark protestiert.

Und auch sein Wien-Besuch dürfte für einige Aufregung sorgen. So protestierte FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache bereits am Dienstag gegen den geplanten Besuch. Erdogan missachte Menschenrechte und beschneide die Meinungsfreiheit. "So ein Mann hat in Wien nichts verloren", machte Strache seinem Ärger lauthals Luft.

Kommentare

Da können wir uns wieder einmal überzeugen wie toll integriert die Türken bei uns sind. Sie werden massenweise mit österreichischen Fahnen erscheinen. - Oder doch nicht?
Bei den Sozialleistungen ist man "Österreicher" sonst bleibt man "Türke".
Ich bezweifle ob solche Leute wirklich eine Bereicherung der Gesellschaft sind.

Na dann können wir ihm ja zeigen was wir von seiner Politik halten :)
vielleicht weiß er das ja noch nicht .......

Würde Herr Erdogan zulassen dass österreichische Politiker ihren Wahlkampf an den sonnigen Ferienstränden der Türkei bestreiten?
Wohl kaum...Wer zahlt ausserdem den Personenschutz von Herrn Erdogan? Er hat ja bei uns nicht nur Freunde!
Wie immer der österreichische Steuerzahler....

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