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Erdogan: Gesamte Türkei im Visier von Terrororganisationen

Bei Anschlag in Kayseri mindestens 13 Soldaten getötet und 55 weitere Menschen verletzt

Nach dem erneuten tödlichen Anschlag auf Sicherheitskräfte in der Türkei sieht Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan das gesamte Land im Visier von Terrororganisationen. Die Anschläge gälten nicht nur Soldaten und Polizisten, "sondern allen unseren 79 Millionen Bürgern", hieß es nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur Anadolu am Samstag in einer Mitteilung Erdogans.

Man wisse, dass die Angriffe in Verbindung stünden mit den Entwicklungen in Syrien und im Irak, aber auch mit wirtschaftlichen "Schwankungen" in der Türkei. Die Terrorgruppen würden "im Geiste der nationalen Mobilmachung" bekämpft werden.

Bei dem Anschlag am Samstag in der zentraltürkischen Stadt Kayseri waren mindestens 13 Soldaten getötet und 55 weitere Menschen verletzt worden. Zunächst bekannte sich niemand zu der Tat. Ähnliche Anschläge hat in den vergangenen Monaten vor allem die TAK verübt, eine Splittergruppe der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK.

Die türkischen Behörden verhängten - wie inzwischen nach solchen Anschlägen üblich - eine Nachrichtensperre. Die pro-kurdische Oppositionspartei HDP verurteilte das Anschlag auf das Schärfste.

Der Anschlag am Samstag in Kayseri ereignete sich gegen 08.45 Uhr (Ortszeit/06.45 MEZ) in der Nähe der Erciyes-Universität. Kayseri liegt etwa 300 Kilometer südöstlich der Hauptstadt Ankara.

Eine Woche zuvor waren bei einem Doppelanschlag in Istanbul mindestens 44 Menschen getötet worden, darunter 36 Polizisten. Danach hatte Erdogan eine "nationale Mobilmachung" gegen den Terror verkündet. Nach dem Anschlag von Istanbul hatten die Behörden zahlreiche HDP-Funktionäre festgenommen.

Die Verantwortung für den Doppelanschlag in Istanbul am Samstagabend vergangener Woche hatte die TAK übernommen. Die TAK (Freiheitsfalken Kurdistans) verübt Anschläge in Metropolen wie Istanbul und Ankara. Die PKK beschränkt sich bei ihren Angriffen auf die mehrheitlich kurdische Südosttürkei, in der der Kurden-Konflikt vergangenes Jahr nach dem Zusammenbruch einer Waffenruhe wieder voll entflammt ist.

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