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Erdbeben im Süden Wiens

ZAMG meldet Beben der Stärke 4,3 mit Zentrum Ebreichsdorf in Niederösterreich

Erdbeben in Wien und Niederösterreich
© Bild: APA/GEORG HOCHMUTH

Im Großraum Ebreichsdorf (Bezirk Baden) hat sich Freitag früh um 4.06 Uhr ein Erdbeben mit einer Stärke von 4,3 ereignet. Nach derzeitigem Stand seien keine größeren Schäden - bis auf "Haarrisse im Verputz" - entstanden, teilte Seismologin, Christiane Freudenthaler, von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) der APA mit. "Wir scheinen glimpflich davon gekommen zu sein", sagte der Ebreichsdorfer Bürgermeister, Wolfgang Kocevar (SPÖ).

Der Bürgermeister selbst habe das Erdbeben nicht wahrgenommen: "Meine Frau hatte einen unruhigen Schlaf und hat es in der Nacht bemerkt", schilderte Kocevar. Am Vormittag habe er sich dann bei einem Lokalaugenschein durch den Ort ein Bild der Lage gemacht. "Wir sind durch die Gemeinde gefahren und haben alle öffentlichen Gebäude kontrolliert. Uns ist nichts aufgefallen", sagte der Bürgermeister. Bisher seien auch keine Schadensmeldungen von Bürgern eingelangt. "Wir haben mit den Leuten gesprochen, ob sie was bemerkt haben. Angst besteht keine", versicherte Kocevar. Auf die Homepage der Gemeinde wurde eine Information zum Erdbeben gestellt.

Über 80 Schadensmeldungen

In der ZAMG sind hingegen rund 80 Schadensmeldungen eingetroffen: "Wir haben vor allem Meldungen aus Guntramsdorf, Schwadorf, Ebergassing, Neufeld a.d. Leitha, Baden und Tattendorf", sagte Freudenthaler. Dabei handle es sich allerdings nur um "Haarrisse im Verputz". Dies sei darauf zurückzuführen, dass sich das Beben in einer Tiefe von etwa zwölf Kilometer ereignet und daher an der Oberfläche kaum Schäden verursacht hat.

Auch zwei Nachbeben seien bereits registriert worden: "Wir hatten eines um 4.22 Uhr mit einer Stärke von 1,7 und eines um 5.17 Uhr mit einer Magnitude von 1,3", berichtete die Seismologin. Diese seien jedoch kaum bemerkt worden. Weitere Nachbeben könnten dennoch in den kommenden Tagen nicht ausgeschlossen werden, so Freudenthaler.

Epizentrum lag südöstlich von Ebreichsdorf

Laut ZAMG lag das Epizentrum des Bebens um 4.06 Uhr zwei Kilometer südöstlich von Ebreichsdorf und wurde bis nach Wien und in das Burgenland verspürt. Ebreichsdorf ist mit rund 10.000 Einwohnern die viertgrößte Stadtgemeinde im Bezirk Baden und liegt im Industrieviertel.

Das letzte Beben mit ähnlicher Stärke im Raum Ebreichsdorf war am 11. Juli 2000 mit einer Magnitude von 4,8. Diese Magnituden liegen alle deutlich unter der Stärke des großen Schadenbebens von Seebenstein (NÖ) im Jahr 1972, wo eine Magnitude von 5,3 gemessen wurde.

Typische Erdbeben-Zone

Das Wiener Becken ist eine der typischen Erdbeben-Zonen Österreichs. Vereinfacht gesagt driften die Flanken des Wiener Beckens auseinander, wodurch es immer wieder zu Brüchen in der Erdkruste kommt.

"Der Grund liegt in der horizontalen Verschiebung der Erdkruste entlang der Mur-Mürztal-Störung", erklärte Christiane Freudenthaler von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG). "Sie bewirkt, dass der östliche Krustenteil nach Osten gedrängt wird. Im Rahmen dieser Bewegung entstand das Wiener Becken, das von einer Tiefenstörung durchquert wird, die sich von Seebenstein über Wiener Neustadt, Ebreichsdorf und Schwadorf nach Marchegg erstreckt. Entlang dieser Bruchzone ereigneten sich in der Vergangenheit wiederholt stärkere Erdbeben, wie etwa in Schwadorf 1927 und Ebreichsdorf 1938 und 2000."

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