Erdbeben in Türkei von

Dramatische Rettung

Überlebender Frau musste Arm mit Bajonett amputiert werden - Zahl der Opfer steigt

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    Fast 108 Stunden nach dem verheerenden Erdbeben in der Türkei wird der 13-jährige Ferhat Tokay aus den Trümmern geborgen.

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    Wenige Stunden zuvor wird der 18-jährige Imdat lebend entdeckt und geborgen. Etwa zur gleichen Zeit wird auch ein 19-jähriger Mann gerettet.

In der Türkei steigt die Zahl der Todesopfer immer weiter. 534 Menschen sind bisher tot aus den Trümmern geborgen worden, wie der Katastrophenschutz mitteilte. Zudem seien 1.650 Menschen verletzt worden. Die Zahl der Toten dürfte noch weiter steigen, weil zahlreiche Menschen noch vermisst werden. Der türkische Staatspräsident Gül kündigte für Freitag einen Besuch in dem Katastrophengebiet in der östlichen Provinz Van an. Währenddessen erschwert Schnee die Rettungsarbeiten.

Dort hatte ein Erdbeben der Stärke 7,2 am Sonntag fast 2.300 Häuser zerstört. Rettungsmannschaften suchen noch immer nach möglichen Überlebenden und werden auch fündig. 91 Stunden nach dem Beben wurde ein junger Mann lebend geborgen. Der 19-Jährige sei am Donnerstag in der Stadt Ercis aus den Trümmern eines fünfstöckigen Gebäudes gerettet worden, berichtete der türkische Fernsehsender NTV.

Arm mit Bajonett amputiert
Doch bei der Rettung müssen die Einsatzkräfte oft auch schreckliche Entscheidungen treffen. Eine eingeklemmte Krankenschwester habe nur befreit werden können, indem ihr ein Arm bei lokaler Betäubung mit einem Bajonett amputiert wurde, sagte der Arzt Ekin Tasatan türkischen Journalisten.

Die 20-Jährige sei bei Sucharbeiten im Schutt eines eingestürzten Gebäudes gefunden worden. Ihr Zustand habe sich dann immer weiter verschlechtert. "Sie wusste nicht, dass wir ihr den Arm abnehmen. Wir konnten es nicht sagen, weil es dann noch schwieriger gewesen wäre", sagte Tasatan. Sie habe geschrien, dass der Arm nicht amputiert werden solle. Später habe sie den Rettern gedankt.