Naturkatastrophe von

Erdbeben in Nepal:
Ein Österreicher erzählt

Ein österreichischer Augenzeuge schildert, wie er das verheerende Beben erlebt hat

Naturkatastrophe - Erdbeben in Nepal:
Ein Österreicher erzählt © Bild: News/privat

Nach dem schweren Erdbeben in Nepal treffen aus zahlreichen Ländern Hilfslieferungen und Spendengelder ein. Tausende Menschen sind ums Leben gekommen, rund acht Millionen Menschen sind nach Schätzungen der Vereinten Nationen von den Auswirkungen betroffen. Auch mehrere Österreicher waren zum Zeitpunkt des Bebens vor Ort. Einer von ihnen erzählt gegenüber News, wie er das Erdbeben erlebt hat und was die Menschen jetzt am dringendsten brauchen.

Wo bist du genau?
Ich bin in Pokhara, einer bei Touristen beliebten Stadt mit circa 250.000 Einwohnern. Von hier aus starten viele Treks ins Annapurna Gebirge.

Hier liegt Pokhara:

Wie hast du das Erdbeben erlebt?
Ich bin vom Annapurna-Trek nach Pokhara gekommen und war zum Zeitpunkt des Erdbebens im "Buddhist Meditation Center". Wir waren 25 Leute im ersten Stock, es hat langsam zu vibrieren begonnen, es wurde immer heftiger. Keiner wusste so recht, was los ist. Dann hörte man immer mehr Leute von draußen ängstlich schreien. Wir rannten die Stiegen runter und liefen in den Garten. Es wurde immer heftiger. Das Beben dauerte fast zwei Minuten und fühlte sich gruslig an. Man fühlte sich total ausgeliefert und ein paar Sekunden lang glaubte ich, das war's jetzt. Eben weil es immer heftiger wurde, man undefinierbare Geräusche hörte und Leute immer heftiger schrien. Es folgten dann mehrere Nachbeben - immer dann, wenn man glaubte, jetzt ist es endlich vorbei.

Wie schaut es dort aus?
Pokhara hat Glück gehabt, es ist fast unversehrt geblieben.

Erdbeben in Nepal: Ein Österreicher hat vor Ort Fotos gemacht.
© News/privat Eine Aufnahme von Pokhara nach dem Beben

Wie ist die Situation?
Die ersten zwei Tage hatten alle sehr viel Angst, dass noch etwas Größeres folgen könnte. Es folgten immer wieder teils heftige Nachbeben. Die Einheimischen haben im Freien geschlafen, das habe ich dann auch gemacht. Jetzt ist der Alltag bereits wieder eingekehrt. Es bilden sich nun einige lokale Initiativen, die Hilfe organisieren.

Was brauchen die Menschen?
Ich denke, zuerst einmal Hilfe von professionellen Hilfsorganisationen, die jetzt eingetroffen sind. Hier in Pokhara werden hauptsächlich Zelte, Matratzen, Schlafsäcke, Trinkwasser, Essen und Medikamente gebraucht. Basisversorgung einfach.

Erdbeben in Nepal: Ein Österreicher hat vor Ort Fotos gemacht.
© News/privat

Wie können die Österreicher helfen?
Spenden! Nepal ist ein Land mit fantastischen Bergen und sehr gastfreundlichen Menschen. Wir haben also einiges gemeinsam - nur ist Nepal sehr arm und nun kam auch noch ein Erdbeben...

Wie hilfst du?
Spendenaufrufe per Facebook und E-Mail an alle Freunde, das ist das mindeste. Meine warme Kleidung und Medikamente habe ich hier vor Ort hergegeben. Ich war früher selbst beim Österreichischen Roten Kreuz, deshalb hab ich gleich online für die "Nepalhilfe" gespendet. Mit drei anderen Trekkern aus Holland, Kolumbien und Deutschland bin ich heute durch Pokhara gelaufen und wir haben für eine lokale NGO (Nichtregierungsorganisation), die von Pokhara aus in einem Bergdorf Soforthilfe leisten, bei Touristen mehr als 50.000 Rupien (circa 500 Euro) sammeln können. Das ist hier viel Geld.

Erdbeben in Nepal: Ein Österreicher hat vor Ort Fotos gemacht.
© News/privat Die gesammelten Spendengelder

Spenden für Beben-Opfer:
Das Österreichische Rote Kreuz
Kennwort: Erdbeben Nepal
IBAN: AT57 2011 1400 1440 0144
BIC: GIBAATWWXXX
www.roteskreuz.at/spende

Erdbeben in Nepal: Ein Österreicher hat vor Ort Fotos gemacht.
© News/privat Ein Spendenaufruf

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