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Beben in Italien: Wiederaufbau
soll zehn Milliarden Euro kosten

Staatsanwälte warnen vor Gefahr der Mafia-Unterwanderung

Der Wiederaufbau des vom schweren Erdbeben zerstörten Gebiets in Mittelitalien könnte bis zu zehn Milliarden Euro kosten. Dies geht aus ersten Schätzungen der Regierung hervor, die an einen groß angelegten Plan zur Konsolidierung der Immobilien in erdbebengefährdeten Regionen denkt. 70 Prozent der Immobilien entspricht nicht antiseismischen Standards, berichteten Medien.

Premier Matteo Renzi versicherte, dass der Wiederaufbau zügig voranschreiten und allen Transparenzkriterien entsprechen werde. Der italienische Senatspräsident und ehemalige Mafia-Jäger Pietro Grasso warnte vor der Gefahr, dass die Mafia versuchen könnte, mit dem Wiederaufbau lukrative Geschäfte zu machen. Überall, wo es große Investitionen gebe, bestehe die Gefahr eines Eindringens der Mafia. "Aufsicht ist notwendig und die italienischen Institutionen werden dazu in der Lage sein", sagte Grasso.

Grasso sprach sich für die Veröffentlichung einer "weißen Liste" von Baugesellschaften aus, die jeglichen Kontakt zur organisierten Kriminalität ablehnen. Auch Ermittler weisen auf die Gefahr hin, dass mit Mafia-Clans verbundene Baugesellschaften beim Wiederaufbau der mittelitalienischen Region aktiv mitmischen.

Ermittelt wird indes wegen der Volksschule von Amatrice, Epizentrum des Erdbebens. Die Schule war 2012 als "erdbebensicher" renoviert worden, sie stürzte jedoch zum Großteil beim Erdbeben am Mittwoch ein. 700.000 Euro wurden für die Renovierungsarbeiten ausgegeben. Der Bauunternehmer, der für die Renovierung der Schule durchgeführt hatte, wies die Vorwürfe zurück.

Der italienische Regierungschef Matteo Renzi hat sich indes mit dem Stararchitekten Renzo Piano getroffen, um über den Wiederaufbau nach dem Erdbeben zu sprechen. "Ich habe ihm gesagt, es braucht eine Baustelle, die zwei Generationen einbindet und mit Beiträgen aus der ganzen Welt finanziert wird", kommentierte Piano, der zu den bekanntesten Architekten weltweit zählt und als Senator auf Lebenszeit im italienischen Parlament sitzt.

Laut Piano müssten Gebäude entlang des gesamten Apennins - von Norden bis Süden - stabilisiert werden. "Die außerordentliche Schönheit Italiens gehört nicht nur uns Italienern, sondern ist ein Erbe der ganzen Menschheit", so Piano. Daher seien Beiträge aus dem Ausland zur Stabilisierung der Gebäude in Italien wichtig.

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