Erdbeben in Italien von

Justiz ermittelt

Untersuchung wegen Einsturzes von Fabriken - Über 30 Nachbeben in der Nacht

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    Neuerliches Erdbeben in Norditalien.

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    Bereits Tage zuvor bebte die Erde in der Region Emilia-Romagna.

Nach dem Beben in der norditalienischen Region Emilia Romagna ermittelt nun die Justiz. Es soll genau untersucht werden, warum zahlreiche Fabriken und Lagerhallen eingestürzt sind. Der Beschluss wurde gefasst, nachdem 13 Arbeitnehmer unter den Trümmern gestorben sind. Am Mittwoch wurde ein vermisster Arbeiter tot geborgen, die Zahl der Opfer des jüngsten Bebens stieg auf 17 Tote und 350 Verletzte.

Allein in der Ortschaft Medolla starben vier Arbeiter in den Trümmern einer Fabrik des Medizingeräteherstellers Haemotronic. Die Justizbehörden vermuten, dass die Gebäude nicht den Sicherheitsstandards entsprachen.

Fehlende Sicherheitsstandards?
Die Gewerkschaften kritisierten, dass die Arbeitnehmer der Provinz Modena nach dem schweren Erdbeben am 20. Mai mit sechs Toten zu früh in die beschädigten Objekte zurückgekehrt seien. "Man hätte die Stabilität der Gebäude tiefgehender überprüfen müssen", kritisierte Gewerkschafschefin Susanna Camusso. Sie bemängelte, dass viele Fabriken in der Gegend, die in den vergangenen Jahren errichtet wurden, nicht den seismischen Standards angepasst waren.

Öl ins Feuer schüttete Arbeitsministerin Elsa Fornero. "Es ist natürlich, dass die Erde bebt, es ist aber nicht normal, dass die Gebäude einstürzen. Das geschieht in anderen Ländern nicht", meinte sie. Zivilschutzchef Franco Gabrielli: "Wir werden klären, warum so viele Fabriken eingestürzt sind." Der Präsident des Unternehmerverbands Confindustria, Giorgio Squinzi, erwiderte, dass die meisten Lagerhallen und Werke der Region den modernsten Bauvorschriften entsprachen.

30 Nachbeben gemessen
Bei den Menschen in der Region liegen die Nerven blank. In der Nacht auf Donnerstag wurde das Gebiet erneut von über 30 Nachbeben erschüttert, teilte der Zivilschutz mit. Das stärkste Nachbeben der Stärke 3.6 auf der Richterskala ereignete sich um 6.20 Uhr und hatte sein Epizentrum in der Ortschaft Finale Emilia bei Modena, die bereits vom schweren Erdstoß am 20. Mai betroffen worden war. 14.000 Einwohner sind obdachlos. Viele leben bei Freunden oder in Notunterkünften. Ein weiteres Erdbeben der Stärke 3 wurde vor den Küsten der süditalienischen Region Kampanien registriert, berichtete das nationale Institut für Geophysik und Vulkanologie.