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Erdbeben in Italien: 30
Opfer noch nicht identifiziert

Weitere Nachbeben - Begräbnis im Freien am Dienstag infrage gestellt

Zehn vermisste Personen und 30 noch nicht identifizierte Opfer - damit war Montagfrüh die Zahl von 291 Toten immer noch eine vorläufige Bilanz des schweren Erdbebens in Mittelitalien. Die Behörden bemühten sich um die Identifizierung der Leichen. Viele Urlauber hatten sich zur Zeit des Bebens in der Nacht auf Mittwoch in der Berggemeinde Amatrice aufgehalten, wo die meisten Opfer gemeldet wurden.

In der Nacht auf Montag wurden 19 Nachbeben in der Erdbebenregion gemeldet, das stärkste mit Magnitude 3,5. Seit dem verheerenden Erdbeben mit Magnitude 6,0 in der Nacht auf Mittwoch wurden mehr als 2.000 Nachbeben verzeichnet, teilten die italienischen Behörden mit.

Wegen der Nachbeben könnten die für den kommenden Dienstag geplante "Begräbnisfeier ohne Leichen" für die Opfer der Ortschaften Amatrice und Accumoli verschoben werden, berichteten italienische Medien. Dazu wird auch Italiens Regierungschef Matteo Renzi erwartet. Der Bürgermeister von Amatrice, Sergio Pirozzi, hatte zuvor beklagt, nach dem Beben stehe keine einzige Kirche mehr in Amatrice, also müsse die Zeremonie im Freien stattfinden.

Inzwischen signalisierte die EU Bereitschaft, Italien eine Lockerung der Stabilitätskriterien zu gewähren. So könnten zusätzliche Gelder in die Erdbebensicherung von Gebäuden fließen. Italien müsse jedoch konkrete Garantien für einen Plan zur Vorbeugung von Schäden durch Beben geben. "Der Wiederaufbau muss bestmöglich erfolgen. Wir befinden uns aber noch in der Notstandsphase. Der Herbst beginnt bald, und wir müssen allen Obdachlosen eine angemessene Unterkunft garantieren", sagte Italiens Infrastrukturminister Graziano Delrio.

600 Euro im Monat soll nach Angaben der römischen Tageszeitung "Il Messaggero" jede Obdachlosenfamilie erhalten, deren Wohnung beim Erdbeben zerstört wurde. Wenn in der Familien Behinderte lebten, sollen zusätzliche 200 Euro gewährt werden. Für die erste Notstandsphase hat die Regierung am Donnerstag 50 Millionen Euro locker gemacht.

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