Erbgut des Purpurseeigels entziffert: Große Hoffnung für die medizinische Forschung

Seeigel ist beliebter Modellorganismus für Forscher Ausgereiftes Immunsystem erstaunt Wissenschaftler

Forscher konnten das Erbgut des Purpurseeigels entziffern, welcher als ein beliebter Modellorganismus für die Wissenschaft dient. Erhofft werden neue Möglichkeiten für die medizinische Forschung, aufgrund des ausgereiften Immunsystems des Seeigels.

Der genaue Blick ins Innerste des Stachelhäuters öffne eine "Schatztruhe", deren Inhalt große Fortschritte in der medizinischen Forschung ermögliche, berichten Wissenschafter im Journal "Science" (Online-Vorab). Der Seeigel ist ein beliebter Modellorganismus für die Wissenschaft. Er ist deutlich näher mit dem Menschen verwandt als andere Modellorganismen, wie etwa die Fruchtfliege oder Fadenwürmer.

7.077 Gene mit Menschen gemeinsam
Das Erbgut des vorwiegend in Brandungszonen lebenden Tieres bestehe aus 814 Millionen Einzelbausteinen, so genannten Basenpaaren. Diese bildeten 23.300 Gene. Immerhin 7.077 davon hat der Seeigel mit dem Menschen gemein, berichtet die Gruppe um George Weinstock vom Baylor College of Medicine in Houston (US-Bundesstaat Texas). Und einige der Gene waren bisher nur von Wirbeltieren bekannt.

Seeigel sehen mit den Füßen
Unter anderem enthalte das Seeigelerbgut einige Gene, die Ärzte als Krankheitsauslöser beim Menschen kennen. So stießen die Forscher auf Gene, die beim Menschen Muskeldystrophie oder Veitstanz (Huntington-Krankheit) verursachen können. Auch bei den Genen für das Sehen und Hören fanden die Wissenschafter unerwartete Gemeinsamkeiten zwischen Mensch und Seeigel. Purpurseeigel haben zwar keine Augen, können Licht aber mit Sinneszellen an ihren Füßen wahrnehmen.

Erstaunliches Immunsystem
Das Immunsystem erstaunte die Forscher: Von keinem anderen bisher untersuchten Tier sei eine so ausgereifte angeborene Abwehr bekannt, berichten sie. Von diesem Fund erhoffen sich die Forscher neue Möglichkeiten zur Bekämpfung von Krankheitserregern und neue antibiotische Wirkstoffe.

(apa/red)