Er warnte vor seinem Sturz noch via SMS:
Weylandt sorgte sich um gefährlichen Kurs

Sein Vater musste den toten Radprofi identifizieren Arzt: "Er hat nicht gelitten. Er war auf der Stelle tot"

Der am Montag bei einem tragischen Unfall ums Leben gekommene belgische Radprofi Wouter Weylandt hatte seit dem Giro-Start Angst um seine Gesundheit. Nach dem Auftakt der Italien-Rundfahrt schickte er seinem Manager Jef van den Bosch eine SMS. Das Rennen sei sehr gefährlich, es werde nervös gefahren. "Das bereitet mir Sorgen", schrieb Weylandt nach Aussagen seines Managers.

Weylandt senior musste seinen heute Sohn identifizieren. Der Vater war am Abend mit Weylandts Frau Anne Sophie, die im September ein Kind erwartet, in Italien eingetroffen. Laut "Gazzetta dello Sport" sollte die 4. Etappe von Quarto dei Mille über 213 Kilometer nach Livorno neutralisiert werden. Am Ende einer Bummeletappe werde Weylandts Leopard-Team geschlossen ins Ziel rollen. Das gleiche Szenario hatte es 1995 bei der Tour de France nach dem Tod des italienischen Olympiasiegers Fabio Casartelli gegeben. Damals ließ das Fahrerfeld dem Casartelli-Team US-Postal mit Lance Armstrong an der Spitze den Vortritt.

"Er hat nicht gelitten. Er war auf der Stelle tot. Es hätte eines Wunders bedurft, um ihn zu retten", erklärte Rennarzt Giovani Tredici. Aus Rücksicht auf die Hinterbliebenen und die Teamkollegen hatte das italienische Fernsehen RAI keine Bilder vom direkten Unfallhergang gezeigt. Nach Aussage aus seinem Team hatte er bei der Abfahrt vom Passo del Bocco etwa bei Tempo 70 mit dem Vorderrad eine Betonmauer touchiert. Weylandt, der kurzfristig in die Leopard-Auswahl für den Giro gerückt war, stürzte demnach zuerst mit dem Gesicht auf die Mauer, dann auf den Asphalt.

(apa/red)