Er kann nur mehr auf die FPÖ hoffen:
ÖVP-Kandidat Schützenhöfer im Porträt

Ziel Platz eins in der Steiermark knapp verpasst Entwickelte nur relativ wenig persönliches Profil

Er kann nur mehr auf die FPÖ hoffen:
ÖVP-Kandidat Schützenhöfer im Porträt © Bild: APA/Hochmuth

Hermann Schützenhöfer kann nur noch auf die FPÖ hoffen, will er Landeshauptmann der Steiermark werden. Denn der Spitzenkandidat der ÖVP hat den klaren Vorsprung der Volkspartei von der Gemeinderatswahl eingebüßt und damit Platz eins verpasst. Immerhin, der Abstand zur SPÖ wurde kleiner, trotzdem ist ein Minus vor dem Ergebnis bitter für Schützenhöfer, hatte die ÖVP vor fünf Jahren doch noch interne Konkurrenz durch die Liste Hirschmann.

Überraschend schnell war es Schützenhöfer, der Waltraud Klasnic nachfolgte, gelungen, die zerstrittene Volkspartei aus dem Tief nach dem Verlust des LH-Sessels wieder zu konsolidieren und zu einen. Dabei galt der als erfahrener Konsenspolitiker und "soziales Gewissen" seiner Partei bekannte ÖAABler lange als farblos und als Platzhalter. Trotz seiner Omnipräsenz "bei den Menschen draußen" hat er für einen Spitzenpolitiker vergleichsweise wenig persönliches Profil entwickelt, was sich auch in den Antworten auf die - hypothetische - LH-Direktwahlfrage vor der Wahl ausdrückte, bei denen er meist weit hinter Amtsinhaber Franz Voves rangierte.

"Schützi" setzte auf Teamarbeit
Im Gegensatz zu seinem Gegenüber und Titelverteidiger setzte "Schützi" stärker auf Teamarbeit und ließ die Angriffe auf seinen Kontrahenten lange aus der zweiten Reihe, von Klubobmann oder Landesgeschäftsführer, vortragen. Das Arbeitsübereinkommen erklärte er, nachdem die SPÖ das vom ÖVP-Finanzreferenten erstellte Budget overruled hatte, für beendet. Franz Voves warf er beständig vor, es lasse Handschlagqualität vermissen.

Seine oftmals kritische Haltung Richtung Wien - so hielt er den Verzicht auf eine eigene VP-Bundespräsidentschaftkandidatur für einen Fehler und unterstützte den fortschrittlichen Flügel in Sachen Gesamtschule - hat er in der Vorwahlzeit zurückgefahren. Mit Prognosen für die Wahl hielt er sich immer zurück, wiederholt betonte er, die ÖVP sei Herausforderer und nicht Favorit. Die Herausforderung ist fürs erste gescheitert, wohl auch wegen Schützenhöfer selbst, der im urbanen Bereich überhaupt nicht punkten konnte.

Karriere mit dem ÖABB verbunden
Schützenhöfer - in der Landesregierung zuständig für Tourismus, Volkskultur und Gemeinden - wurde am 29. Februar 1952 in Edlitz (NÖ/Bezirk Neunkirchen) geboren. Nach einer kaufmännischen Lehre im oststeirischen Kirchbach kam er über die Junge ÖVP in die Politik, 1971 wurde er Landessekretär und 1976 Landesobmann der schwarzen Jugendorganisation. Der weitere Weg von Schützenhöfer war eng mit dem ÖAAB verbunden: 1978 bis 1981 war er Landessekretär, 1991 wurde er geschäftsführender Obmann und 1995 Landesobmann.

Im Juni 1981 zog Schützenhöfer in den Landtag ein, 1993 wurde er Klubobmann - als Vorgänger von Reinhold Lopatka. 2000 erhielt Schützenhöfer den der SPÖ abgenommenen Regierungssitz mit Zuständigkeit für Personal, Jugend, Pflichtschulen und Wohnbau. Mit dem Ausscheiden von Gerhard Hirschmann 2003 bekam er Sport und Tourismus dazu und gab Jugend, Schulen und Wohnbau ab. Im Oktober 2005 wurde er Erster Landeshauptmannstellvertreter, ehe er im März 2006 auch die Parteiführung von Klasnic übernahm. Ob er die auf Dauer behält, wird wohl auch davon abhängen, ob es ihm gelingt, von Platz zwei aus auf den Landeshauptmann-Sessel zu klettern.

(apa/red)