Arbeit in Österreich von

Equal Pay Day 2015 erreicht

Frauen verdienen in Österreich durchschnittlich 23,85 Prozent weniger als Männer

Frau und Mann im Büro © Bild: Thinkstock

Am 31. März 2015 ist Equal Pay Day - der Tag, bis zu dem Frauen in das Jahr 2015 hinein weiterarbeiten müssen, damit sie so viel verdient haben wie die Männer Ende 2014. Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek verwies auf die bereits getroffenen Maßnahmen zur Verringerung der Einkommensdifferenz, es müsse aber weitere Entwicklungen geben, forderte die Ressortchefin.

Der Gender Pay Gap habe unterschiedliche Ursachen, es müsse daher auch an vielen Schrauben gedreht werden, so Heinisch-Hosek. Nach Einführung der Einkommensberichte, der Gehaltsangaben in Stelleninseraten und des Gehaltsrechners brauche es jetzt "weiter Kraftanstrengungen". Derzeit werden die Maßnahmen evaluiert und auf Basis dieser Ergebnisse sollen die Instrumente weiterentwickelt werden. "Ich baue hier auf die gute Zusammenarbeit mit den Sozialpartnern", erklärte die Ministerin.

Neubewertung der Arbeit

ÖVP-Frauenchefin Dorothea Schittenhlem pocht anlässlich des Tags der Lohngerechtigkeit auf eine Neubewertung der Arbeit. Sie forderte einen Gender-Check, der aufzeigen soll, welche Berufe nach wie vor nicht entsprechend entlohnt werden und ein verpflichtendes Pensionssplitting. Dadurch würden Kindererziehungszeiten entsprechend berücksichtigt werden, "denn auch Familienarbeit ist Arbeit", stellte Schittenhelm fest.

Frauen verdienen in Österreich im Schnitt um 23,85 Prozent weniger als Männer. Damit müssten sie jährlich um 62 Tage länger arbeiten, um den gleichen Lohn zu erhalten. Ermittelt wird der Wert aus dem jüngsten Rechnungshofbericht (2014) zu Einkommen auf Basis von Vollzeitgehältern.

Zwei Tage der Lohngerechtigkeit

In Österreich werden seit Jahren zwei Tage der Lohngerechtigkeit begangen, was auf die Berechnungsmethode zurückzuführen ist. Neben dem Frühlingstermin gibt es somit auch einen Equal Pay Day im Herbst.

Kommentare

higgs70
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Und täglich grüßt die MurmeltierIn.
Und niemand hier verdient für die gleiche Arbeit bei gleicher Arbeitszeit 23% weniger, denn Kollektivverträge sind geschlechtsneutral. Und Einkommensdifferenzen zwischen Voll- und Teilzeit und zwischen verschiedenen Branchen und Tätigkeiten gibts bei den Subgruppen der Männer auch, das ist nicht geschlechtsspezifisches. Und wenn man welche findet, die das gleiche gleich lang tun und da ist eine Differenz im Einkommen die entlang der Geschlechtergrenze verläuft, soll man schreien, denn dann hat man offenbar wirklich eine Diskriminierung entdeckt. Aber der Schluss: Differenz = per se Diskriminierung ist doch ein bisschen simpel.
Die niedrige Entlohnung der Frauen an den Registrierkassen in Supermärkten beispielsweise ist eine Riesensauerei, weil halt auch die Gewerkschaften das lange links liegen gelassen haben, aber keine geschlechtliche, da gibts nämlich auch Männer.
Aber für Logik ist bei diesem Thema offenbar kein Platz. Ich warte ja gespannt wann Frau Ministerin H.H. mir das erste mal erklärt, dass Frauen sterben müssen sei eine Diskriminierung, denn siehe, es passiert 100 Prozent der Damen.

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Und wie erklären Sie sich, daß Frauen speziell in schlechtbezahlten Jobs überrepräsentiert sind? Wieso haben wir im Parlament gerade mal 30% Frauenanteil? In den Vorständen von Großunternehmen ist es noch schlimmer, auch in vielen Führungsetagen. Ich könnte da noch viele weitere Beispiel aufzählen, auch viele plausible Gründe. In Summe, so ist es zumindest meine persönliche Meinung, halte....

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ich die Summe der Leistungen der Frauen, nicht für so viel schlechter oder minderwertiger, als es der Lohnsumme der Frauen entsprechen würde. Ich halte Frauen in der Masse auch nicht für minder intelligent oder geeignet, wie man es bei der Besetzung von Führungs- und Spitzenpositionen entnehmen müsste.

higgs70
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Ich fürchte Sie missverstehen mich da ein wenig. Ich habe nie behauptet, dass die Arbeit von Frauen minderwertiger sei als die von Männern, im Gegenteil. Aber man kann bei Bezahlungsgerechtigkeit nur gleiche Jobs vergleichen und wenn Automechaniker mehr verdienen als Friseure und der Automechaniker wird von Männern und die Friseuse von Frauen angestrebt, dann ergibt sich daraus ein geschlechtspezifisch gesehen ungleiches Einkommen, aber das Geschlecht ist nicht der Grund dafür. Man müsste dann eher die Frage diskutieren, warum die Arbeit einer/s Mechanikers/in um so viel höher bewertet wird als die eines Friseurs/in oder eines/r Kindergärtners/in. Es ist also nicht eine Frage des Geschlechts, sondern eine der gesamtgesellschaftlichen Wertschätzung.

Und was die Führungs--bzw.Parlamentspositionen betrifft. Das sind zumeist 12-16 Stunden Jobs und es könnte halt auch daran liegen, dass sich das Frauen mit Kindern gar nicht antun wollen, weil ihnen der kleine Pamperletsch zuhause wichtiger ist. Mir persönlich ist es völlig gleichgültig, wer ein Entscheidungsträger wird, solange die Auswahl nach Qualifikation passiert und nicht nach Quote; und wenn die Spitzenpositionen dann nur mit Frauen besetzt sind, stört es mich auch nicht, denn ich halte es für sinnvoll, die Sache von konkreten Individuen her zu betrachten. Nur darf man dann auch nicht sagen, dass mehr Frauen in Führungspositionen sollen sondern dass Frau Maier oder Frau Müller hier am qualifiziertesten wäre.

Was mich einfach ärgert, ist, dass man mir im Monatsabstand denselben statistischen Unfug serviert. Die Obdachlosen haben im Dezember das Einkommen nicht erreicht, das die Primärärzte schon im Jänner hatten, nur liegts auch da an der unterschiedlichen Tätigkeit und nicht an der Haarfarbe, der Körpergröße oder der Fähigkeit Karaoke zu singen. Aber wo immer Frauen hinten sind liegts immer am Geschlecht, und das ist Schwachsinn, tut mir leid.

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Ihre Positionen sind ja durchwegs interessant. Ich will auch nicht sagen, daß Sie unrichtig oder so sind, aber gerade hier denke ich, kann man die Dinge von mehreren Seiten her sehen. Was ich für fragwürdig finde, daß überdurchschnittlich viele Frauen in den Niedrig- und Teilzeitjobs zu finden sind, aber überdurchschnittlich wenige Frauen dort zu finden sind, wo es wirklich...

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was zu verdienen gibt. Und ich finde schon, daß es ein gesellschaftliches Problem ist, das man im 21 Jahrhundert beheben sollte, auch hinsichtlich Rentenansprüche, Altersarmut, und dgl. Sollte es wirklich so sein, wie Sie es andeuten, daß Kinder und Erziehung daran schuld sind, daß Frauen sich auch beruflich etablieren und verwirklichen können.....

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... und sich trotz bester Ausbildungen entscheiden müssen, dann haben wir als Gesellschaft tatsächlich es nicht geschafft alte Fesseln abzulegen und dürfen uns dann aber auch nicht wundern. Ich möchte Hrn. Sarazzin nicht in die Hände spielen, aber die Brisanz so einer Entwicklung muß ich Ihnen wohl nicht näher erklären.

higgs70
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hmm, " daß die Kinder schuld sind, daß Frauen sich beruflich etablieren und verwirklichen können...."

Lieber nudlsupp, Kinder sind nie schuld! Und wissen Sie, wo's um Kinder geht bin happig, denn die anderen sind schon groß und können für sich selbst sprechen und man kann nicht ein Thema, das eklatante Auswirkungen auf biologisch, sozial und juristisch Abhängige hat - eben die Kinder - ohne Bezug auf diese diskutieren. Und da ist es mir vollkommen wurst, was Männlein und Weiblein so wollen, das sollen die sich privat untereinander ausmachen, die zentrale Frage hat zu sein, was ein Kind so braucht, das wäre sowieso mal grundsätzlich eine eigene Debatte, denn die lieben Kleinen kommen heute vermehrt und immer früher zur Gruppenaufsicht und anschließend sind wir alle erstaunt, dass was schiefgegangen ist-Homo demens halt.
Wer Sex hat und Resultate erzielt ist verantwortlich. Punktum. Und wenn so ein Kind die Lebensentwürfe von wem stört, soll er sich was über den Schniedel ziehen oder die Pille nehmen, aber ist ein Kind da, sind seine Bedürfnisse zentral und primär und der Rest kommt unter ferner liefen.Und wers nicht will solls lassen.

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Mein liebster Higgs, Sie brachten die Kinder in den Zusammenhang mit 12 bis 16 Stunden Tage. Ich habe das nur hinterfragt, aber deute ich Ihren letzten Beitrag richtig, daß Sie das jetzt anders sehen? Ich glaube Sie sehen mich tatsächlich verwirrt.

Bei einem intakten liebevollen Familienbild, in welcher Konstellation auch immer, bin ich vollkommen bei Ihnen.

higgs70
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Dann hab ich mich wahrscheinlich verwirrend ausgedrückt;-) Was ich meinte war, wer Kinder hat reduziert seine Wahlfreiheit immer, und wenn sie/er klug ist, gerne. Und das ist dann nicht - wie Sie meinten- eine Frage des Entscheiden müssens, sondern eine des Wollens, was wiederum darauf hinausläuft, dass vielleicht deshalb weniger Frauen in Führungspositionen zu finden sind.

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Ja, aber Kinder haben in den allermeisten Fällen ja 2 Elternteile. Wenn sie so altmodisch sind wie wir beide, überwiegend sogar noch verschiedengeschlechtliche. Selbst dann dürfte dann ja dieser Unterschied der Frauenanteils im Niedrigstlohnsektor zu den Spitzenverdienern nicht so gravierend sein, wie man anhand auch der Altersarmut sehr deutlich sehen kann.

higgs70
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Naja, da hamma jetzt gleich mehrere Probleme. Das eine sind die Kindererziehungszeiten, die man, wie ich immer schon der Meinung war, für die Pension voll anrechnen sollte und dann noch die Väterkarenz bzw. der Papamonat, auch voll dafür, nur werden wir auch im 21.Jahrhundert und bei allem Fortschritt biologische Gesetzmäßigkeiten nicht aushebeln können, denn Väter können zwar Hintern putzen, wickeln, kranke Zwergerln überwachen und allerhand mehr, aber beim Stillen sind's noch immer veritabel gescheitert, also machts in den ersten Monaten wenig Sinn. Das dritte Problem ist, wenn im Trennungsfall die Obsorge zu fast 100% an die Mütter geht, haben Sie zwangsläufig mehr Damen, die in Teilzeit herumhoppeln. Und solange man da nicht halbe-halbe macht, darf auch nicht gemeckert werden.
Und das vierte ist die Bezahlungsgerechtigkeit. Und da ich mich oben wahrscheinlich nicht klar genug ausgedrückt habe, versuch ich's mit den Worten Robert Pfallers, der kürzlich in "der Presse" ein wie ich finde sehr gutes Interview gegeben hat und der's wahrscheilich besser erklärt als ich: "...das Problem der Ungleichheit zwischen den Geschlechtern kann man nicht lösen, wenn man das der Ungleichheit zwischen den Klassen nicht ansprechen will. Und das Problem der Ungleichbezahlung gleicher Arbeit lässt sich nicht beheben, wenn man das umfassendere Problem der Ungleichbezahlung ungleicher Arbeit nicht antasten will."

Und ums mit der mir gegebenen Deutlichkeit noch einmal zu sagen, wie man den Geschlechterkampf zu führen gedenkt ist mir eigentlich powidl aber sobald da ein Zwerg ist, auf dessen Kosten sich Männlein, Weiblein, Industriellenvereinigung und AK die Sache ausschnapsen wollen, nehm ichs krumm. Denn man befrägt alle Beteiligten wie Sie sich bezüglich Arbeitsplatz, Aufstiegsschancen und Biorythmus fühlen, aber kein Borstenvieh kommt auf die Idee nachzusehen was Kinder präferieren und wo sie sich wohler und geborgen fühlen, das hätte aber die Kernfrage zu sein. Und eine Gesellschaft die Kinder als Verschubmasse geschlechtspolitischer Auseinandersetzungen betrachtet hat keine verdient.

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Werter Higgs, ich beneide Sie um Ihre Redefreiheit die Sie hier genießen, währen die meisten uns hier doch sehr eingeschränkt sind, ich muß dies bei meinen Antworten berücksichtigen. Daher etwas komprimiert:
1) Es besteht scheinbar Einigkeit darüber, daß Frauen im Lebenseinkommen deutlich schlechter gestellt sind.
2) Die Gründe hierfür sind vielfältig, aber sicher nicht darin suchen.....

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daß die Leistungen der Frauen weniger wert oder minderwertige wären.
3) Es wäre daher von uns als Gesellschaft, ein feiner Zug, zu beginnen, diese Ungleichheiten Schritt für Schritt abzustellen und anzugleichen.

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Würde uns das gelingen, wäre dies insbesondere ein Stück Freiheit für diese Menschen, und ein angemessener Lohn für ihren Beitrag zum Gemeinwohl. Genau so, wie Sie als leidenschaftlicher Rauchen einen nicht-diskriminierenden rechtlichen Rahmen wollen, sollten wir diesen bei teils existenziellen Problemen erst recht herstellen. Oder zumindest dran arbeiten.

higgs70
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d'accord

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