Entwicklung Fußballregeln von

Die Regeländerungen

Ein simples Spiel mit einfachen Regeln. Diese werden nur sehr langsam angepasst.

Entwicklung Fußballregeln - Die Regeländerungen © Bild: Corbis/Nyquist

Der Fußball lebt von seinen einfachen Regeln. Viele Änderungen hat es seit der ersten Niederschrift der Regularien durch den englischen Verband im Jahr 1863 nicht gegeben. Die mögliche Einführung von technischen Hilfsmitteln für Schiedsrichter am Donnerstag durch das International Football Association Board (IFAB) wäre eine der gravierendsten Veränderungen seit der Einführung von Gelben und Roten Karten vor 42 Jahren.

1866: Vorwärtspässe werden erlaubt: Der Fußball emanzipiert sich vom Rugby. Spieler dürfen den Ball auch nach vorne spielen. Vorher war dies nicht erlaubt. Alle Spieler, die sich beim Abspiel vor dem Passgeber befanden, standen im Abseits.

1891: Der Schiedsrichter betritt die Fußball-Bühne: Der Fußball ist kein Gentlemen-Sport mehr. Immer häufigere Streitigkeiten über die Regelauslegung erfordern die Einführung eines Unparteiischen. Zuvor wurden Verstöße unter den Spielern geklärt.

1891: Der Strafstoß wird eingeführt: Fouls häufen sich. Der sogenannte Todesschuss ("kick of death") wird eingeführt. Bis 1902 darf er von einer imaginären Linie elf Meter vom Tor entfernt ausgeführt werden. Erst dann wird der Elfmeterpunkt vorgestellt.

1912: Handspielverbot für Torhüter: Der Torwart verliert ein elementares Recht. Er darf nur noch im Strafraum den Ball in die Hand nehmen. Sein Trikot muss sich schon seit drei Jahren farblich von dem der Mitspieler unterscheiden.

1925: Abseitsregel gelockert: Die Abseitsregel wird gelockert. Der Schiedsrichter pfeift, wenn im Moment der Ballabgabe weniger als zwei statt bisher drei Spieler des Gegners näher zur Torauslinie stehen.

1958: Auswechslungen werden erlaubt: Das Spiel wird immer physischer. Einwechslungen werden erlaubt. Zunächst jedoch nur bei Verletzungen auf einen Torwart und einen Feldspieler begrenzt. Heute sind drei Auswechslungen auch aus taktischen Gründen gestattet.

1970: Gelbe und Rote Karten: Die Schiedsrichter bekommen Sanktionsmöglichkeiten. Bei der WM werden erstmals Verwarnungen und Platzverweise ausgesprochen. Die Idee hatte der Engländer Ken Aston.

1990: Eine neue Abseitsauslegung: Spieler auf gleicher Höhe mit ihrem Kontrahenten stehen nicht mehr im Abseits.

1992: Kein Handspiel bei Rückpass: Das Torwartspiel verändert sich. Absichtliche Rückpässe darf der Torhüter nicht mehr mit der Hand aufnehmen. Die anfangs umstrittene Regel führt zu attraktiverem und schnellerem Spiel.