Entwarnung für den Golf von Mexiko: BP hat
das Ölleck nach vier Monaten endlich im Griff

Kein weiteres Auslaufen von Öl mehr zu befürchten Neues Ventil erfolgreich über das Bohrloch gestülpt

Entwarnung für den Golf von Mexiko: BP hat
das Ölleck nach vier Monaten endlich im Griff © Bild: Reuters

Mehr als vier Monate nach der Explosion einer Bohrinsel im Golf von Mexiko besteht dort nach Angaben der US-Behörden seit dem Wochenende keine Gefahr mehr für die Umwelt. Es drohe kein Auslaufen von Öl mehr, sagte der Krisenkoordinator der US-Regierung, Thad Allen. Aus dem Bohrloch "Macondo" waren seit der Explosion der BP-Bohrinsel "Deepwater Horizon" im April nach Schätzungen 4,9 Millionen Barrel Öl ins Meer geströmt.

"Ich freue mich mitzuteilen, dass die Quelle mit dem neuen Ventil und dem Zement, der hineingebracht wurde, zu diesem Zeitpunkt keine Bedrohung mehr für den Golf von Mexiko ist", sagte Allen, der für die US-Regierung die Räumung und Säuberung nach dem Unglück im Golf von Mexiko koordiniert. Am Freitag war ein neues Ventil, ein sogenannter Blowout Preventer, über das Bohrloch gestülpt worden.

Vor der Installierung des neuen Ventils war das defekte Ventil abmontiert worden. Die Metallkappe, die etwa so groß ist wie ein Haus, war nach der Explosion der Ölplattform am 20. April nicht in der Lage gewesen, das ausströmende Öl aufzuhalten. Dadurch wurde die größte Ölkatastrophe in der Geschichte der USA ausgelöst. Erst Mitte Juli gelang es, den Ölfluss mit einer neuen Abdeckhaube zu stoppen. Das entfernte Ventil ist ein wichtiges Beweisstück für die Ermittlungen der Ursache der Katastrophe, bei der elf Arbeiter ums Leben kamen und die Küsten im Süden der USA verschmutzt wurden.

Entwarnung für zweite explodierte Bohrinsel
Thad Allen kündigtet rasche weitere Arbeiten an: "Wir sollten im Laufe der neuen Woche so weit sein, mit den Arbeiten an der Entlastungspipeline weiterzumachen." Mitte September soll sie das Ölfeld Macondo erreichen. Das Bohrloch soll dann abschließend auch von unten mit Schlamm und Zement verschlossen werden.

Entwarnung gab die US-Regierung unterdessen nach einem Brand auf einer anderen Bohrinsel im Golf von Mexiko. Es gebe keine Anzeichen für eine erneute Ölverschmutzung in der Region, teilte das Innenministerium mit. Experten der Regierung hätten die Plattform untersucht und kein austretendes Öl entdeckt. Die Bohrinsel rund 150 Kilometer vor der Küste Louisianas war am Donnerstag aus bisher ungeklärter Ursache in Brand geraten. Sie liegt rund 320 Kilometer westlich der explodierten BP-Bohrinsel "Deepwater Horizon".

(apa/red)