Entschädigung für die Hendl-Bauern: EU will Geld für Geflügelzüchter locker machen

Wegen Vogelgrippe Absatz deutlich zurückgegangen Pröll: "Klares Signal" für Mitfinanzierung durch Union

Die EU-Kommission wird beim nächsten Treffen der EU-Agrarminister am 25. April konkrete Vorschläge machen, wie die EU Geld für Geflügelzüchter locker machen könnte, die unter den Nachfrageeinbrüchen nach Geflügelfleisch in Folge der Vogelgrippe leiden. Das kündigte EU-Agrarkommissarin Mariann Fischer Boel am Montag beim Agrarrat an, ohne weiter Details zu nennen. Der amtierende Ratsvorsitzende, Landwirtschaftsminister Josef Pröll, sprach von einem "klaren Signal", dass sich die EU-Kommission vorstellen kann, Entschädigungszahlungen mit zu finanzieren und "niemand allein gelassen" wird.

Bisher gibt es in der EU-Geflügelmarktordnung keine rechtliche Basis, um auf Markteinbrüche zu reagieren, wenn eine Tierseuche, wie die Vogelgrippe, mit wenigen Ausnahmen nur bei Wildvögeln aufgetreten ist. Aus Ratskreisen verlautete, dass es voraussichtlich eine breite Palette verschiedener Maßnahmen geben wird, die mitfinanziert werden könnten. Fischer Boel sprach vor Journalisten von einer möglichen Kofinanzierung von 50 Prozent.

Es habe sich gezeigt, dass man mit dem jetzigen Regeln nicht adäquat auf die Krise reagieren könne, betonte Fischer Boel. Da die Lage in den Mitgliedstaaten höchst unterschiedlich sei, müsse man aber "fallweise" reagieren. Deutschland, Frankreich Italien und die Niederlande hätten etwa Lagerbestände von je mehr als 50.000 Tonnen Geflügel, während andere keine Probleme hätten. Ansetzen müsse man "an der Wurzel" des Problems, also etwa bei den Bruteiern oder bei den Küken, um die Aufzucht von vornherein zu verhindern.

Die Kofinanzierung von Entschädigungen durch die EU sollen nun schnell auf den Weg gebracht werden, kündigte die Agrarkommissarin an. Von Ländern wie Italien aber auch Deutschland und Polen soll es zum Teil heftige Kritik an der langsamen Reaktion der Brüssler Behörde gegeben haben, hieß es aus dem Rat. Italien und Frankreich haben bereits auf nationaler Ebene Entschädigungen für ihre Geflügelzüchter beschlossen. In den beiden Ländern ist der Geflügelkonsum im Vergleich zu Normaljahren mittlerweile um 50 bzw. 30 Prozent zurückgegangen. (apa/red)