Entschädigung für Beschlagnahmungen: Holocaust-Überlebende klagen Frankreich

Staatsbahnen und staatliche Bank betroffen Bis heute wird konfisziertes Vermögen verwaltet

Holocaust-Überlebende und Angehörige von Nazi-Opfern aus mehreren Ländern wollen Frankreich mit einer Sammelklage zur Entschädigung für beschlagnahmtes Eigentum zwingen. Stellvertretend für rund 75.000 Juden, die während des Zweiten Weltkriegs aus Frankreich deportiert wurden, reichten die 26 Kläger nun in New York Klage gegen die französischen Staatsbahnen SNCF und die staatliche Bank CDC ein.

Ihnen wird vorgeworfen, "Verbrechen gegen die Menschlichkeit begangen, sich zu Verbrechen gegen die Menschlichkeit verschworen und anderen dazu geholfen und sie angestiftet zu haben". SNCF- Mitarbeiter hätten unter dem mit der nazideutschen Besatzungsmacht kollaborierenden Vichy-Regime von Marschall Philippe Pétain den zur Deportation bestimmten Juden "organisiert und systematisch" Wertgegenstände und Gepäck weggenommen, erklärten die Kläger.

Ihnen sei vorgetäuscht worden, dass ihnen das Eigentum später wieder zurückgegeben werde. Die CDC sei Nutznießerin der Beschlagnahmungen gewesen. Bis heute verwalte sie Vermögen, das aus dem damals konfiszierten Geld oder aus Veräußerungen von Wertgegenständen stamme. Unter den Klägern sind US-Bürger, Franzosen, Briten und Kanadier. (apa/red)