Entführung in Bagdad: Mehrere hochrangige
Olympia-Vertreter wurden gekidnappt

Bewaffnete stürmten bei Sporttagung Büros

Der Chef des irakischen Olympischen Komitees und zahlreiche seiner Mitarbeiter und Leibwächter sind nach Polizeiangaben am Samstag in Bagdad entführt worden. Unbekannte stürmten demnach die Büros in einem Kulturzentrum der irakischen Hauptstadt und entführten Ahmed al-Hijiya und seine Mitarbeiter entführt. Die Bewaffneten sollen Polizeiuniformen getragen haben.

Die Wachleute im Kulturzentrum griffen nicht ein, weil sie die Uniformierten für Polizisten hielten, wie die Polizei weiter erklärte. Zwei Wachmänner wurden getötet. Einer der verschleppten Leibwächter sei mit einer Kopfschusswunde auf einer Straße nahe des Konferenzzentrums im zentralen Bezirk Karrada gefunden worden, sagte Polizisten.

Unter den Entführten sind Komitee-Präsident Ahmed al-Hijiya, Generalsekretär Amer Abdel Jabbar Amin sowie die Vorsitzenden des Taekwondo- und des Box-Verbandes. Das irakische Fernsehen berichtete, dass auch ein ehemaliger Arzt der irakischen Fußballnationalmannschaft entführt wurde und Augenzeugen zufolge möglicherweise auch Journalisten. Die Entführer seien in Fahrzeugen mit Allradantrieb unterwegs gewesen.

Innenminister Jawad al-Bolani betonte, bei den Entführern handle es sich um Mitglieder von Banden. Die genaue Zahl der Entführten, die in zehn Autos weggebracht wurden, war nicht klar. Die Polizei sprach von Dutzenden. Erst vor wenigen Tagen war in Bagdad der Trainer der irakischen Ringer-Mannschaft erschossen worden.
(apa/red)