"Ente gut, alles gut": Alfred J. Kwak suchte Gerechtigkeit für Kinder auf der Klangwolke

Herman van Veen gestaltete heuer Linzer Spektakel 95.000 Besucher waren am Donauufer mit dabei

Die kleine Ente Alfred Jodocus Kwak ist bekanntermaßen fröhlich, so fröhlich. Aber manchmal auch traurig. Vor allem, wenn sie zu viel durchs TV-Programm zappt. Und dort erfährt, dass jede Minute ein Kind an Hunger stirbt. Dagegen muss man doch etwas unternehmen, denkt sich die kleine Ente. Und bei der von Herman van Veen gestalteten visualisierten Klangwolke "Ente gut, Alles gut!" in Linz sahen nach Schätzungen von Seiten des Brucknerhauses 95.000 Besucher, was Alfred J. Kwak bei seiner Reise um die ganze Welt auf der Suche nach einer Lösung passiert.

Alfred J. Kwak schreibt der Königin. Doch die ist nicht da. Also reist die kleine Ente ihr nach - auf einem Zeitfahrrad rund um die Welt, die bei der aufwändig, aber nicht bombastisch gestalteten Klangwolke auf der Donau aus einer bunten Lichtkulisse, Leinwänden und Booten kreiert wird. Dann trifft er einen Kaiser, der so klug ist, dass er Hornhaut am Kopf hat vom vielen Denken. Doch da er der Kaiser von Japan oder so wo war, versteht Alfred J. Kwak seinen Vorschlag nicht, wie man den Kindern helfen könnte. Also muss er die Sterne fragen. Doch wie kommt man in den Himmel zum Sternzeichen des Großen Bären, ohne zu sterben?

Lösung um Lösung zerschlägt sich. Doch die Kinder sollen nicht sterben! Am Ende findet Alfred J. Kwak heraus, dass Geld das Problem ist. Nämlich das Geld, das in den Taschen der Menschen bleibt und nicht der Kinderhilfsorganisation UNICEF gespendet wird. "Wenn du etwas für die Welt tun willst, tu erst was für die Kinder, denn wenn es den Kindern gut geht, geht es der Welt gut", so Van Veen.

Zeppelin, Rennbot, riesige Leinwände
Dass Van Veen nicht so sehr dem Kult des Riesenhaften huldigen würde, sondern auch leise, langsame und süße Töne anklingen lassen würde, war klar. Groß dimensioniert war dennoch einiges: Ein großer Zeppelin, ein Rennboot, eine hoch über dem Donauufer emporgehobene Plattform, auf der Van Veen seine Geschichte erzählt, und große Leinwände (u. a. ein Ballon, auf dem Kindergesichter projiziert waren) erfüllen die Klangwolken-Vorgabe des Spektakels vor vielen Leuten.

Doch eigentlich erzählte Van Veen, frei nach seinem Märchen "Lachen verboten", ein Kindermärchen, das gut als Gute-Nacht-Geschichte durchgegangen wäre. So verließ man das Donauufer nicht euphorisiert, sondern voll trauriger Melodien und kindgerechter Gedanken über eine ungerechte Welt. Auch das Tempo (Regie: Paul Kaptein und Tom Schenk) war pädagogisch langsam gewählt.

Denn die Kinder standen im Mittelpunkt. Poetische Bilder, wie langsam übers Wasser gleitende Flammen oder ein großer, aber filigraner Schmetterling zeigen, wie hohl der Klangwolken-Bombast zuweilen auf Wirkungsmächtigkeit aus ist. Es geht auch leiser. Eigentlich ein Widerspruch in sich: Es war eine ruhige Klangwolke, auch wenn am Schluss ein krachendes Feuerwerk stand. Und die Kinder freuen sich auch, wenn die Welt nicht so laut ist. Sondern vielleicht ein bisschen gerechter. (apa/red)