Englisch sprechende Pfuschertrupps treiben
in Österreich ihr Unwesen: Behörden warnen

Fälle in Oberösterreich, Steiermark & Tirol gemeldet Schaden dürfte bereits bei über 100.000 Euro liegen

Englisch sprechende Pfuschertrupps, die ihre Dienste im Baugewerbe anbieten und die Auftraggeber betrügen, treiben derzeit in Österreich ihr Unwesen. In Linz wurde eine Kundin mit einem falschen Maßband hinters Licht geführt und um mehr als 3.000 Euro erleichtert. Auch in der Steiermark und in Tirol hat es bereits ähnliche Fälle gegeben. Die Sicherheitsbehörden vermuten, dass österreichweit rund 20 derartige Gruppen unterwegs sind, der Schaden dürfte die 100.000-Euro-Grenze bereits gesprengt haben.

In Linz boten die Arbeiter - vermutlich stammen sie aus Irland - einer Frau an, billig Asphaltierungsarbeiten durchzuführen, berichtete die Bundespolizeidirektion Linz. Ein Quadratmeterpreis wurde vereinbart. Nach Abschluss der Arbeiten maßen die Pfuscher mit der Auftraggeberin die Fläche ab und kassierten für die gemeinsam ermittelten 994 Quadratmeter.

Später wurde die Frau doch stutzig und maß die Fläche mit ihrem Mann noch einmal nach. Es stellte sich heraus, dass es nur 693 Quadratmeter waren. Sie hatte rund 3.000 Euro zu viel bezahlt. Die Polizei geht davon aus, dass die Arbeiter entweder ein manipuliertes Maßband oder eines mit englischen Längenmaßen verwendet haben, um die Kundin zu täuschen.

Der Fall war nicht der erste seiner Art: Im Großraum Linz sind seit Juli 2006 irische Pfuscherbanden unterwegs, die Privatpersonen Asphaltierungsarbeiten anbieten. Sie treten seriös auf und geben vor, die Tätigkeit kostengünstig erledigen zu können, da bei einer nahe gelegenen Großbaustelle Material übrig geblieben sei, so die Polizei. Erste Ermittlungen hätten ergeben, dass es sich um eine Briefkastenfirma in der Republik Irland handelt, deren Aktivitäten von Deutschland aus gesteuert werden.

Steiermark: Schlechtes Material
Auch in Graz hat es bereits ähnliche Fälle gegeben. Die Trupps arbeiten hier nicht mit dem "Maßband-Trick", sondern verwenden schlechtes Material, hieß es bei der Sicherheitsdirektion Steiermark. Die Grazer Polizei hat bereits neun Briten festgenommen, denen groß angelegte Betrügereien, aber auch einige Einbrüche und Diebstähle vorgeworfen werden. Seither haben sich zahlreiche Opfer gemeldet, der Schaden dürfte die 100.000-Euro-Grenze sprengen.

Tirol: Noch kein Geschädigter
Auch in Tirol sind die Pfuschertrupps schon in Erscheinung getreten. Arbeiter, die aus dem ehemaligen Ostblock stammen und angeblich für englische Firmen arbeiten, bieten ihre Dienst an. Wie die Sicherheitsdirektion in Innsbruck mitteilte, habe sich aber bisher kein Geschädigter gemeldet. Die Trupps seien jedoch wegen fehlender Aufenthaltsbewilligungen, fehlenden Visa oder aus firmenrechtlicher Sicht ins Visier der Fahnder geraten. (apa/red)