Englands Fußball-Legende feiert den 70er:
Bobby Charlton machte 759 Spiele für ManU

Weltmeister von 1966 wurde von der Queen geadelt Machte 247 Tore für Manchester und 49 für England

Englands Fußball-Legende feiert den 70er:
Bobby Charlton machte 759 Spiele für ManU

Seinen Vereinsrekord von 759 Spielen für Manchester United wird ihm der walisische Mittelfeldstar Ryan Giggs (727) zwar bald entreißen. Doch Sir Bobby Charlton, der heute seinen 70. Geburtstag feiert, stört dies nicht im geringsten. "Ich fände es großartig, wenn ich die Gelegenheit hätte, auf das Spielfeld zu marschieren und Ryan eine Trophäe zu überreichen", sagte Charlton kürzlich. Und ergänzte: "Wenn sie mich bei ManU nicht fragen, dann gehe ich ihnen so lange auf die Nerven, bis sie es tun."

Sein Charakter und der respektvolle Umgang mit anderen Spielern haben Charlton stets ausgezeichnet. Und seinem Legenden-Status wird der Rekordverlust keinen Abbruch tun, denn zwei andere Bestmarken werden wohl noch länger Bestand haben: 247 Tore für Manchester United und 49 Treffer für England.

Erstes Spiel mit verstauchtem Knöchel
Charlton wurde 1937 in ärmlichen Verhältnissen im Bergarbeiter-Städtchen Ashington in der nordenglischen Grafschaft Northumberland geboren. Drei seiner Onkel waren Profi-Kicker, Newcastle Uniteds Stürmerstar Jackie Milburn ein Cousin seiner Mutter Cissie. Als 17-Jähriger ging Charlton zu "ManU", bestritt 1956 sein erstes Pflichtspiel und schoss prompt zwei Tore. Um eingesetzt zu werden, musste er den legendären Trainer Matt Busby aber anschwindeln. "Mr. Busby fragte mich, ob ich okay sei", erinnerte sich Charlton an seine Premiere. "Ich hatte einen verstauchten Knöchel, aber das wollte ich nicht zugeben, also drückte ich mir selbst die Daumen und sagte: Ja."

Überlebte den Flugzeugcrash 1958
Er erkämpfte einen Stammplatz bei den "Busby Babes", Manchesters junger Wundertruppe, die ganz Europa mit Tempofußball begeisterte. Die aber bei einer Flugzeug-Katastrophe jäh zerbrach: Nach einer Zwischenlandung beim Rückflug vom Europacup-Spiel gegen Partizan Belgrad (3:3) - Charlton schoss zwei Tore und seine Mannschaft ins Halbfinale - stürzte der Jet beim Startversuch in München im dichten Nebel ab. Acht Spieler und weitere Club-Offizielle starben, Charlton kam mit Kopfverletzungen davon. Nach nur einem Monat konnte er wieder spielen, aber die Tragödie verfolgt ihn bis heute: "Manchmal fühlt sich die Erinnerung daran eher leicht an, wie ein kleiner Strich auf einem ansonsten sonnigen Bild, aber manchmal packt sie mich mit schrecklicher Wehmut und Traurigkeit", schrieb er in seinen Memoiren.

Weltmeister 1966
Beim mühsamen Wiederaufbau war elegant spielende Charlton Dreh- und Angelpunkt des Teams, das mit Assen wie George Best und Denis Law zu neuer Stärke fand. 1965 und 1967 gewann Charlton mit "ManU" den Meistertitel und 1966 mit England die bisher einzige Weltmeisterschaft im legendären Wembley-Finale gegen Deutschland (4:2). Ein weiterer Höhepunkt seiner Laufbahn war der Europacup-Triumph mit "ManU" 1968: Beim 4:1 über Benfica Lissabon traf Charlton zweimal. Die folgende Feier ließ er aus und gedachte lieber still der in München verunglückten Kameraden.

1973 beendete Charlton seine Karriere bei "ManU", verbrachte zwei Jahre als Spielertrainer bei Preston North End und wurde später Sportdirektor bei Wigan Athletic, das er 1982/83 aushilfsweise auch coachte. Seit 1984 ist er "ManU"-Vorstandsmitglied, 1994 wurde er geadelt. Doch bis heute ist "Sir Bobby" der Starkult eher unangenehm. Im Gegensatz zu vielen Profis ist er nicht sonderlich mediengewandt; er wirkt oft mürrisch, doch verehrt wird er trotzdem.

(apa/red)

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