Energieknappheit von

Wieder Gas aus Russland

Gaslieferungen auf Normalniveau - Gazprom sieht keine Verletzung von Vertragspflichten

Energieknappheit - Wieder Gas aus Russland © Bild: APA/EPA/LIANKEVICH

Der russische Energiekonzern Gazprom hat seine Gaslieferungen nach Europa wieder auf das normale Niveau heraufgefahren. Der bulgarische Wirtschafts- und Energieminister bestätigte, dass die Liefermenge nach Bulgarien, Griechenland, Mazedonien und in die Türkei wieder den normalen Umfang erreicht habe.

In den vergangenen Tagen waren wegen der Kältewelle im russischen Heimatmarkt die Lieferungen nach Angaben des Monopolisten um rund zehn Prozent gedrosselt worden. Dabei seinen aber keine Vertragspflichten verletzt worden.

Die Kappungen erinnern an die Einschränkungen im Jahr 2009, als über zwei Wochen wegen eines Streits zwischen Russland und dem Transitland Ukraine erheblich weniger Gas nach Mitteleuropa strömte. Die Regierung in Kiew hatte kürzlich den russischen Konzern erneut aufgefordert die Gaspreise zu senken. Gazprom-Vertreter vermuteten am Freitag, das die Ukraine mehr Gas aus den Leitungen entnehme, als ihr vertraglich zustünde.

Im vergangenen Jahr erhöhte Gazprom die Gaslieferungen auf 150 Milliarden Kubikmeter. 2010 waren es noch 138,6 Milliarden gewesen. Mit Hilfe der neuen Nord-Stream-Pipeline, die unter der Ostsee verläuft und bei Greifswald mündet, will das Unternehmen die Lieferungen auf 164 Milliarden Kubikmeter Gas erhöhen.

Lieferungen gedrosselt
Die EU-Kommission hatte über die Drosselung von Lieferungen aus Russland um bis zu ein Drittel informiert. Betroffen waren demnach neben Österreich, Deutschland, Polen, Italien, Ungarn, Bulgarien, Rumänien, Griechenland und die Slowakei. Den Angaben zufolge drohen jedoch nirgendwo Versorgungsengpässe.

Die Kältewelle hat unterdessen weite Teile Europas weiter fest im Griff. Besonders Osteuropa leidet unter dem Hoch über Russland. Innerhalb von 24 Stunden starben allein in der Ukraine 21 Menschen, womit die Zahl der Kältetoten in dem osteuropäischen Land auf 122 stieg.